Dr. jur. Gero Kellermann

Staats- und Verfassungsrecht sowie Rechtspolitik


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Recht hat er

Staats- und Verfassungsrecht sowie Rechtspolitik auf nationaler und supranationaler Ebene – das ist mein Themengebiet an der Akademie. Im Blickpunkt steht also das Recht. Dieses hat grundlegend zur Entwicklung moderner Gesellschaften beigetragen und ist nach wie vor ein zentrales Mittel der politischen Gestaltung.

2007 führte mich mein Weg in die Akademie für Politische Bildung. Als Ort der parteipolitisch unabhängigen politischen Bildung, als Ausdruck des gesellschaftlichen Pluralismus und der Sachorientiertheit bietet sie eine der seltenen Gelegenheiten, die Grundlagen der Politik in ihrer ganzen Breite zu diskutieren. An Themen mit Rechtsbezug gibt es keinen Mangel: Verfassung, Europa, neue Technologien, Migration, Integration und Asyl oder Kommunalpolitik – der grundlegende Blick auf die Rechtsentwicklung und die Ethik des Rechts eröffnet oftmals zu wenig beachtete Fragestellungen und neue Lösungsansätze. Die Akademie bietet dabei die vortreffliche Möglichkeit, neben der (verfassungs-)rechtlichen auch viele weitere Dimensionen in entsprechende Projekte einzubinden.

Dem gesellschaftlichen und politischen Bezug des Rechts hatte ich mich vor meiner Zeit in Tutzing bereits in verschiedenen Formen gewidmet. Nach meinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hannover (Schwerpunkt Vergleichendes Verfassungsrecht) befasste ich mich in meiner Doktorarbeit mit den „Juristischen Studiengesellschaften im deutschsprachigen Rechtsraum“. Dabei handelt es sich um vornehmlich von Juristen getragene Institutionen staatsbürgerlicher Bildung, die im Laufe des monarchischen Konstitutionalismus auftraten. Bis heute bereichern sie mit ihren Vorträgen und weiteren Tätigkeiten das Rechtsleben. Die Studiengesellschaften des 19. Jahrhunderts dienten in der Regel als Ersatz für fehlende politische Mitwirkungsmöglichkeiten. In der Demokratie wandelten sie sich zu Foren, in denen sich die Mitglieder der Grundlagen des Rechts vergewissern und die aktuelle Gesetzgebung besprechen. Die Arbeit an diesem Thema verdeutlichte mir die Wechselwirkung zwischen dem Recht und den ihm zugrunde liegenden gesellschaftlichen und politischen Umständen.

Während meines Rechtsreferendariats absolvierte ich unter anderem ein Semester an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, lernte in Hannover die Ministerialverwaltung kennen, erhielt bei der UNESCO in Paris Einblicke in völkerrechtliche Aspekte der Bioethik und war – auch nach meinem Assessorexamen – mit einem Föderalismusprojekt bei der BertelsmannStiftung in Gütersloh befasst.

Mein absolviertes Zweitstudium der Philosophie und Politischen Wissenschaft ermöglichte es mir, an der Zentralen Einrichtung für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik der Leibniz Universität Hannover meine Forschungen fortzusetzen. Diese interdisziplinäre, international orientierte Einrichtung richtete für alle Fakultäten Veranstaltungen aus. Mein Augenmerk galt den Schnittstellen von Recht, Ethik und Politik – besonders dem ethischen und rechtspolitischen Umgang mit neuen Technologien.

An den gesellschaftlichen und politischen Schnittstellen Brücken zu bauen und so verschiedene Wissens- und Lebensbereiche zusammenzuführen, ist ein wichtiger Aspekt politischer Bildung. Inmitten des rasanten gesellschaftlichen Wandels und der hochkomplexen politischen Herausforderungen ist die Akademie ein Forum, um übergreifend Zusammenhänge zu vermitteln und drängende Fragen aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren. Daran mitwirken und an neuen Programmgestaltungen und Vermittlungskonzepten mitarbeiten zu können, ist eine herausfordernde, eine schöne Aufgabe.

Gero Kellermann


Lebenslauf

Geboren 1972 in Hannover, Studium der Rechtswissenschaften (1. u. 2. juristisches Staatsexamen) sowie der Philosophie und Politischen Wissenschaft (M.A.) an der Leibniz Universität Hannover.

Rechtsreferendariat (OLG Celle) u. a. beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, der UNESCO in Paris sowie der Bertelsmann Stiftung.

2004 Promotion in Rechtswissenschaften, Promotionspreis der Juristischen Fakultät der Leibniz Universität.

Von 2004 bis 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zentralen Einrichtung für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik (ZEWW) der Leibniz Universität Hannover, interdisziplinäre Lehrveranstaltungen und Forschung über Fragen von Recht, Ethik und Politik.

Seit 2007 Dozent für das Themengebiet "Rechtliche Grundlagen der Politik" an der Akademie für Politische Bildung.


Publikationen

Monographien

Verfassungsinterpretation – Das Grundgesetz als normative Ressource im gesellschaftlichen Wandel (Tutzinger Schriften zur politischen Bildung, Band 5), Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. 2011.

Juristische Studiengesellschaften im deutschsprachigen Rechtsraum - Institutionen staatsbürgerlicher Bildung zwischen fachbruderschaftlichem Ursprung und politischem Partizipationsbestreben, Nomos, Baden-Baden 2005.

Herausgeberschaften

Hans-Jürgen Papier / Ursula Münch / Gero Kellermann (Hrsg.): Freiheit und Sicherheit – Verfassungspolitik, Grundrechtsschutz, Sicherheitsgesetze, Baden-Baden 2016.

Weitere Schriften

Staatsbürgerliche Bildung im Recht – Historische Formen und aktuelle Projekte am Beispiel der Juristischen Studiengesellschaften in Niedersachsen, in: Juristische Studiengesellschaft Hannover (Hrsg.): Rechtsleben in Hannover. 50 Jahre Studiengesellschaft, Halle an der Saale 2016, S. 15 - 32.

Die Verfassung als Stabilisator des Wandels? Populistische Bewegungen als Herausforderung für die politische Bildung, in: Konrad-Adenauer-Stiftung / Party Law Research Center Korea University / Constitutional Academic & Professional Association (Hrsg.): Populismus, Parteiendemokratie und Politische Bildung. Rundgespräch II, Internationale Konferenz 2016, S. 5 – 15 (Übersetzung ins Koreanische S. 17 – 24).

Diskussionszusammenfassung "Moderne Sicherheitsgesetze – Sicht der Praxis und verfassungsrechtliche Bewertung“, in: Hans-Jürgen Papier / Ursula Münch / Gero Kellermann (Hrsg.): Freiheit und Sicherheit – Verfassungspolitik, Grundrechtsschutz, Sicherheitsgesetze, Baden-Baden 2016, S. 83 - 92.

Diskussionszusammenfassung "Bedrohungen der Privatsphäre und grundrechtlicher Schutz", in: Hans-Jürgen Papier / Ursula Münch / Gero Kellermann (Hrsg.): Freiheit und Sicherheit Verfassungspolitik, Grundrechtsschutz, Sicherheitsgesetze, Baden-Baden 2016, S. 149 - 155.

Die Gemeinden in der politischen Bildung: Ein Konzept mit Zukunft, in: Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm (Hrsg.): Festschrift für Dr. Jürgen Busse. 26 Jahre Bayerischer Gemeindetag, 16 Jahre Geschäftsführendes Präsidialmitglied, München 2015 (mit Ursula Münch), S. 105 - 111.

Bundesverfassungsgericht und Eurokrise, in: Josef Braml / Stefan Mair / Eberhard Sandschneider (Hrsg.): Außenpolitik in der Wirtschafts- und Finanzkrise, Jahrbuch Internationale Politik, Band 29, München 2012 (mit Uwe Kranenpohl), S. 405 - 410.

Die Verfassung als Stabilisator des Wandels? – Neue Herausforderungen für die politische Bildung im Recht, in: Michael Schröder (Hrsg.): Demokratie unter Druck. Herausforderungen für Politik und politische Bildung, München 2011, S. 125 - 136.

Zwischen Freiheit und Kommerzialisierung – Wissenschaftsfreiheit vor neuen Herausforderungen, in: Unimagazin, Forschungsmagazin der Leibniz Universität Hannover, Ausgabe 03/04 2011, Hannover, S. 8 – 10.

Risk Management Through National Ethics Councils?, in: Lotte Asveld/Sabine Roeser (Hrsg.): The Ethics of Technological Risk, London 2008, S. 237 - 251.

Nationale Ethikkommissionen: Funktionen und Wirkungsweisen, in: Peter Weingart/Martin Carrier/Wolfgang Krohn (Hrsg.): Nachrichten aus der Wissensgesellschaft. Analysen zur Veränderung der Wissenschaft, Weilerswist 2007 (mit Kirsten Endres), S. 247 - 265 .

Wissenstransfer durch wissenschaftliche Gesellschaften - Das Beispiel der Juristischen Studiengesellschaften, in: Joachim Klaus/Helmut Vogt (Hrsg.), Wissensmanagement und wissenschaftliche Weiterbildung, Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V., Hamburg 2007, S. 51 - 57.

Ansatzpunkte für die Modernisierung der föderalen Finanzverfassung, in: Bertelsmann-Kommission "Verfassungspolitik & Regierungsfähigkeit" (Hrsg.), Neugestaltung der Finanzbeziehungen, Gütersloh 2002 (mit Thomas Fischer & Matthias Vollert), S. 9 - 18.

Mehr Effizienz durch gezielte Kooperation - Stand und Perspektiven der Länderzusammenarbeit, in: Bertelsmann-Kommission "Verfassungspolitik & Regierungsfähigkeit" (Hrsg.), Reformen durch interregionale Zusammenarbeit, Gütersloh 2002 (mit Holger Sievert), S. 9 - 15.

Entflechtung durch Reform des Bundesrates, in: Bertelsmann-Kommission "Verfassungspolitik & Regierungsfähigkeit" (Hrsg.), Institutionelle Entflechtung in Zweiten Kammern, Gütersloh 2002 (mit Holger Sievert), S. 9 - 15.

Akademie-Kurzanalysen

Akademie Kurzanalyse 1/2012: Rettungsschirme für den Bundestag? - Zwei Urteile des Bundesverfassungsgerichts über die parlamentarische Demokratie des Grundgesetzes und europäische Krisenbewältigung, Tutzing, April 2012.

Akademie-Kurzanalyse 1/2009: Integrationsverantwortung und Verfassungsidentität - das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Vertrag von Lissabon, Tutzing, Juli 2009.

Akademie-Kurzanalyse 1/2008: Was macht das Grundgesetz am Wochenende? Ein Wort zum verkaufsoffenen Sonntag, Tutzing, Januar 2008.

 

 

 

 


News

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Dr. Gero Kellermann
Tel: 08158 / 256-33
g.kellermann@apb-tutzing.de

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