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Zeitgeschichte

Der Arbeitsbereich Zeitgeschichte der Akademie für Politische Bildung legt nicht nur einen besonderen Fokus auf die deutsche Geschichte, sondern beschäftigt sich auch intensiv mit europäischer Geschichte und globaler Geschichte. Der geographische Schwerpunkt liegt dabei neben Deutschland und Europa auf den USA, Russland sowie Israel. Darüber hinaus findet auch die Geschichte von arabischen und afrikanischen Staaten Beachtung.

Inhaltlich widmet sich der Arbeitsbereich Zeitgeschichte denjenigen Themen, die in der historischen Forschung, aber auch in der gesellschaftspolitischen Debatte in Deutschland und anderen Staaten eine besondere Aktualität besitzen. Gleichzeitig gibt es Fragen, die in der Zeitgeschichte kontinuierlich große Bedeutung besitzen. Hierzu zählen für die deutsche Geschichte und die globale Geschichte insbesondere folgende Themenfelder:

  • Die Erforschung des Nationalsozialismus schreitet auch mehr als 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs weiterhin rasch voran. In den vergangenen Jahren hat die Forschung etwa zu Fragen der "Volksgemeinschaft" im Nationalsozialismus, zur Mikrogeschichte des "Dritten Reichs" oder zu kulturwissenschaftlichen Themenbereichen der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945 große Fortschritte gemacht.
  • Auch die Forschungen zum Holocaust haben zentrale neue Ergebnisse geliefert, die sich in der Tätigkeit des Arbeitsbereichs Zeitgeschichte widerspiegeln. So beschäftigen sich in jüngster Zeit immer mehr Studien mit den Entwicklungen des Holocaust auf lokaler Ebene. Darüber hinaus ist auch die Kollaboration zwischen deutschen und nichtdeutschen Akteuren in unterschiedlichen Staaten, die von der Wehrmacht besetzt waren bzw. die mit Deutschland verbündet waren, in den Mittelpunkt der Holocaustforschung gerückt.
  • Fragen der Migration sind ebenfalls von großer Bedeutung für die Zeitgeschichte. Hier lassen sich besonders gut transnationale Entwicklungen zwischen Deutschland, Europa und der Welt untersuchen. Durch den Blick in die Geschichte können zudem aktuelle Fragen der Migrationsdebatte in einem anderen Licht gesehen werden. Dabei liegt ein Schwerpunkt des Arbeitsbereichs Zeitgeschichte auf der Erforschung des Themas Asyl. Dies betrifft die Gruppe von Asylsuchenden, aber auch etwa staatliche Maßnahmen wie Anerkennungsverfahren oder Abschiebungen.
  • Der Arbeitsbereich Zeitgeschichte legt darüber hinaus großen Wert auf die Erforschung des Themenfelds Rassismus und Diskriminierung in der deutschen Geschichte sowie im europäisch-transatlantischen Kontext. Aktuell wird dabei besonderes Augenmerk daraufgelegt, Rassismuskonzepte in Europa, Nordamerika, Afrika und dem Nahen Osten zu vergleichen, um so auch Diskriminierungserfahrungen in einem transnationalen Rahmen zu erforschen. Daneben soll zukünftig auch der Geschichte der nichtweißen Deutschen, darunter Afrodeutschen, größere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
  • Ein weiterer Aspekt, der für die Zeitgeschichte von besonderer Bedeutung ist, stellt die Geschichte von Weiblichkeit und Männlichkeit dar, ohne dabei von einer reinen Zweigeschlechtlichkeit auszugehen. Eine so verstandene Gendergeschichte sieht keinen Gegensatz zwischen den Geschlechtern, sondern unterschiedliche Interaktionszusammenhänge, die es zu erforschen gilt. Doch auch hier sind etwa Diskriminierungserfahrungen oder die Folgen von sozialen Rollenmodellen von großer Relevanz.
  • Der Arbeitsbereich Zeitgeschichte legt großen Wert auf die Verwendung neuer Forschungsergebnisse im Geschichtsunterricht. Dies geschieht vor allem im Rahmen von Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer, aber auch durch Mitarbeit an Schulbüchern, um insbesondere die deutsche Geschichte auf Basis neuer Forschungsergebnisse für den Schulunterricht zu präsentieren.
  • Jüngst hinzugekommen ist ein Fokus auf die Geschichte von Pandemien in Deutschland, aber auch in globaler Hinsicht. Dabei wird vor allem die Spanische Grippe von 1918/19 dazu verwendet, um Schlüsse zur Interpretation der aktuellen Corona-Pandemie zu ziehen.
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1. Auflage, Frankfurt / New York 2020, Campus, 246 Seiten
ISBN-13: 978-3-593-50527-5
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