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03.06.2024 - 05.06.2024 / Tagung Nr. 23-2-24
iStock/oversnap © iStock/oversnap

Unvorhersehbare Vergangenheit oder Erinnerung im Wandel

Neue Konzepte zur Geschichtsvermittlung in Gedenkstätten

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, Dresden

Leitung: Michael Mayer / Markus Pieper

Sekretariat: Iryna Bielefeld, Tel.: 08158 / 256-53

Die Erinnerung ist in einem ständigen Wandel begriffen. Dadurch bleibt die Vergangenheit letztlich unvorhersehbar, da sich unser Blick auf die Geschichte andauernd ändert. Von diesen kontinuierlichen Veränderungen in der Erinnerungskultur sind Erinnerungsorte, zu denen auch Gedenkstätten und Museen gezählt werden können, in besonderer Weise betroffen. Zugleich müssen Gedenkstätten mit Herausforderungen umgehen, die unsere gesamte Gesellschaft betreffen. Hierzu zählt etwa die Frage, wie Gedenkstätten auf eine zunehmende Skepsis von Teilen der Bevölkerung gegenüber der Erinnerungskultur reagieren können. Unsere Tagung soll diese besonderen aktuellen Herausforderungen für die Arbeit von Gedenkstätten mit Expertinnen und Experten diskutieren. Ziel ist es dabei, Lösungsansätze zu entwickeln, wie auf die jüngsten Veränderungen in der Erinnerungskultur reagiert werden kann. Hierzu zählt etwa die Frage, wie Gedenkstätten Menschen erreichen können, die normalerweise keine Erinnerungsorte besuchen würden oder sogar aus vielfachen Gründen der Erinnerungskultur gegenüber skeptisch eingestellt sind. Zudem soll überlegt werden, wie neue Zielgruppen erreicht und digitale Potentiale genutzt werden können. Ergänzend dazu widmen wir uns der Frage, wie Gedenkstätten mit sehr unterschiedlichen Perioden in der Geschichte ihrer historischen Orte umgehen. In Bayern und den übrigen westdeutschen Ländern wurden beispielsweise ehemalige NS-Lager nach 1945 regelmäßig als Displaced Person Camps oder als Flüchtlingslager weiter genutzt. Im Gebiet der ehemaligen DDR betraf dies sogar eine doppelte Verfolgungsgeschichte in der NS-Zeit und etwa in den sowjetischen „Speziallagern“ nach 1945. Überall hier stellt sich auf unterschiedliche Weise die Frage, wie an die Geschichte nach 1945 vor dem Hintergrund der Verfolgungsgeschichte der NS-Zeit erinnert werden kann. Seien Sie herzlich zu dieser Tagung eingeladen.