Jörg Siegmund, M.A.

Persönlicher Referent der Direktorin / Demokratie- und Wahlforschung sowie Politikevaluation


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Der kniet sich rein

Persönlicher Referent der Direktorin – das klingt nach dem Vorhof der Macht und doch auch nach einer Arbeit im Hintergrund. Tatsächlich ist meine Tätigkeit an der Akademie für Politische Bildung sehr abwechslungsreich, interessant und anspruchsvoll. Die Direktorin unterstütze ich bei der Vorbereitung von Tagungen, Vorträgen oder Publikationen, indem ich Informationen recherchiere, Termine koordiniere oder von ihr erstellte Manuskripte kommentiere. Daneben prüfe ich die Seminarkonzepte meiner Kollegen auf inhaltliche Schlüssigkeit und Ausgewogenheit und kann Vorschläge für Ergänzungen machen. Da unsere Veranstaltungen ein sehr breites Themenspektrum umfassen – von der Zukunft der Demokratie über den Datenschutz bis zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr –, stoße ich dabei auf ganz unterschiedliche Fragestellungen der politischen Bildungsarbeit. Und als Persönlicher Referent habe ich natürlich eine gewisse Scharnierfunktion zwischen der Direktorin und den Kolleginnen und Kollegen, deren Anliegen ich unkompliziert weitergeben kann.

Damit ist aber nur ein Teil meiner Tätigkeit beschrieben, denn ich bin auch wissenschaftlicher Assistent. Als solcher konzipiere und leite ich eigene Tagungen, aus denen Publikationen entstehen können, oder stehe Journalisten für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung. Meine inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf der Demokratie- und Wahlforschung sowie der Politikevaluation, womit ich an meine frühere Tätigkeiten an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und dem Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P) anknüpfe.

Schon während des Studiums war ich einer der Wenigen, die nicht an Zahlenallergie litten und mit einer gewissen Freude den Statistikvorlesungen gefolgt sind. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Professor Joachim Behnke am Lehrstuhl für Empirische Politikforschung und Policy Analysis kam ich mit der Wahlforschung in Kontakt. Wahlen sind das zentrale Kennzeichen moderner Demokratien und sichern den gleichberechtigten Einfluss der Bürger auf die politische Entscheidungsfindung. Empirische Forschung ist für mich deswegen spannend, weil sie oft überraschende Ergebnisse liefert und die eigenen (Vor-)Urteile in Frage stellt.

Nach meinem Wechsel an den Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Einigung von Professor Werner Weidenfeld und an das von ihm geleitete C·A·P im Jahr 2008 gehörte ich zu einer Arbeitsgruppe, die gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung die Sustainable Governance Indicators (SGI) entwickelt hat. Die SGI messen die Fähigkeit der OECD-Staaten zu nachhaltiger Politikgestaltung. Wieder standen also methodische Probleme und Fragestellungen der Demokratieforschung (Was macht eigentlich „gutes“ Regieren in einer Demokratie aus?) im Vordergrund.

Der Politikevaluation habe ich mich noch in einem weiteren Kontext verschrieben: im Rahmen einer Dissertation untersuche ich die Wiedergutmachung des politischen Unrechts der DDR. Mein Blick richtet sich dabei auf die gesetzliche Grundlagen, deren Umsetzung und Wirkungen. Damit knüpfe ich an meine Magisterarbeit an, in der ich die Interessenvertretung der Opfer des DDR-Unrechts analysiert hatte. Diese Arbeit ist im Berliner Wissenschafts-Verlag erschienen, inzwischen in zweiter Auflage.

Neben der Forschung hat mich stets die Lehre begeistert. So bin ich nach dem Magisterexamen Lehrbeauftragter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU geworden und nehme dort noch heute Lehraufträge wahr. Seit 2010 bin ich darüber hinaus Lehrbeauftragter am Department für Public Management und Governance der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

Der Weg in die Politikwissenschaft war für mich wohl vorgezeichnet: Aufgewachsen in der DDR in einem sehr politisch interessierten Elternhaus, hat mich die Wendezeit stark geprägt und für politische Fragen weiter sensibilisiert. Im August 1990 bin ich zu einem einjährigen Aufenthalt als Austauschschüler nach Chile aufgebrochen, das zu dieser Zeit ebenfalls einen tiefgreifenden Wandel von der Diktatur zur Demokratie durchlebt hat. Nach einem Intermezzo als Rettungssanitäter während des Zivildienstes – das kurzzeitig auch ein Medizinstudium als mögliche Alternative aufscheinen ließ – habe ich 1995 ein Magisterstudium der Politikwissenschaft, Neueren und Neuesten Geschichte und des Öffentlichen Rechts in Freiburg aufgenommen. Von dort ging es als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für ein Studienjahr nach Glasgow und anschließend – gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes – nach München. Hier traf ich auf Frau Professor Münch, deren Hauptseminare und Vorlesungen mir viele Anstöße zum Weiterdenken gaben. Und damit schließt sich der Kreis zu meiner heutigen Tätigkeit an der Akademie für Politische Bildung, an der ich sie als Persönlicher Referent unterstütze.

Jörg Siegmund


Tabellarischer Lebenslauf

  • Seit 2012 Wissenschaftlicher Assistent für Demokratie- und Wahlforschung sowie Politikevaluation und Persönlicher Referent der Direktorin, Akademie für Politische Bildung
  • Seit 2010 Lehrbeauftragter an der Zeppelin Universität Friedrichshafen, Department for Public Management & Governance, sowie am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft
  • 2010 – 2012 Senior Researcher am Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P)
  • 2008 – 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Einigung, sowie am Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P)
  • 2005 – 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, Lehreinheit für Empirische Politikforschung und Policy Analysis
  • 2003 – 2005 Lehrbeauftragter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2002 – 2005 Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 1998 – 2001 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 1995 – 2001 Studium der Politikwissenschaft, Neueren und Neuesten Geschichte und des Öffentlichen Rechts an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., der University of Glasgow und der Ludwig-Maximilians-Universität München

Publikationen

Monographie

Opfer ohne Lobby? Ziele, Strukturen und Arbeitsweise der Verbände der Opfer des DDR-Unrechts. 2., überarb. Aufl. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2003 (1. Aufl. 2002)

Aufsätze

Vielfalt der Demokratie und innergesellschaftlicher Zusammenhalt (mit Ursula Münch), in: Reder, Michael/Cojocaru, Mara-Daria (Hrsg.): Zukunft der Demokratie. Ende einer Illusion oder Aufbruch zu neuen Formen? (Globale Solidarität – Schritte zu einer neuen Weltkultur; 24). Stuttgart: Kohlhammer 2014, S. 138-149.

Sustainable Governance Indicators 2011: Concepts and Methodology (mit Martin Brusis), in: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Sustainable Governance Indicators 2011. Policy Performance and Governance Capacities in the OECD. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 2011, S. 73-94

The decline of the Volksparteien: An analysis of their historical losses in the 2009 election, in: American Institute for Contemporary German Studies (Hrsg.): Germany’s Electoral System at 60: Trends and Reforms for the 21st Century (German-American Issues; 11). Washington: AICGS 2009, S. 7-16

Die Rehabilitierung und Entschädigung politisch Verfolgter. Eine Zwischenbilanz der Wiedergutmachung des DDR-Unrechts, in: Wagner, Andreas (Hrsg.): Politische Strafjustiz 1945-1989. Der Gefängnisstandort Bützow als Gedenk- und Lernort (Beiträge zur Geschichte Mecklenburg-Vorpommern; 14). Schwerin: Friedrich-Ebert-Stiftung 2008, S. 120-135

Die Opferverbände des SBZ/DDR-Unrechts, in: Eppelmann, Rainer/Faulenbach, Bernd/Mählert, Ulrich (Hrsg.): Bilanz und Perspektiven der DDR-Forschung (Festschrift für Hermann Weber). Paderborn

Zwischen Konsens und Blockadepolitik: Die Übergangsparlamente in Sachsen-Gotha und Sachsen-Coburg, in: Thüringer Landtag (Hrsg.): Die vergessenen Parlamente. Landtage und Gebietsvertretungen in den Thüringer Staaten und Gebieten 1919 bis 1923 (Schriften zur Geschichte des Parlamentarismus in Thüringen; 19). Rudolstadt, Jena: Hain Verlag 2002, S. 121-160


News

America First? Dagegen hilft nach Ansicht des Bundeskanzlers a.D. Gerhard Schröder nur ein starkes Europa

Starkes Europa, gutes Europa

Gerhard Schröder spricht zum Europatag / 500 Gäste sehen den ehemaligen Bundeskanzler

München, 12.05.2017

Tagung zum Parteiensystem und Koalitionsmodelle im Vorfeld der Bundestagswahl 2017

Komplexe Farbenlehre

Parteiensystem und mögliche Koalitionen im Wahljahr 2017

Tutzing, 01.04.2017

Diskussion über das Wahlrecht und das Wahlsystem im Jahr der Bundestagswahl

Bundestagswahl 2017

Wahlrecht und Wahlsystem auf dem Prüfstand

Tutzing, 30.01.2017

Die Politiksimulation führen die Akademie für Politische Bildung und der Bayerische Landtag am 2. und 3. Juni 2016 im Maximilianeum in München durch. 140 Teilnehmer.

Kein Krieg der Generationen

Unser Parlament der Generationen im Landtag / Dominierende Themen: Bildung, Gesundheit und der ÖPNV

München, 03.06.2016

Die Europäische Union als Raum und Ziel von Zuwanderung

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Die Europäische Union als Raum und Ziel von Migration

Tutzing, 02.05.2016

Beim Akademiegespräch im Landtag ist der bekannte Historiker, Rechts- und Politikwissenschaftler Dan Diner der Frage nachgegangen, wie die verschränkte Geschichte das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel geprägt hat.

Komplexe Verhältnisse

Dan Diner nimmt beim Akademiegespräch im Landtag die deutsch-israelischen Beziehungen in den Blick

München, 27.04.2016

Der Polizeiruf 110 zeichnete seit 1971 beileibe kein rosiges Bild der DDR. Was war real? Was war Fiktion? Eine Tagung an der Akademie für Politische Bildung

Polizeiruf 110: Spiegelbild der DDR?

Eine Tagung über Moralvorstellungen, seriöse Ermittler und gesellschaftliche Randgruppen

Tutzing, 07.11.2015

Prof. Dr. Olbertz referiert über Bildungsdebatten in Deutschland.

Bildungsdebatten in Deutschland

Vortrag von Professor Jan-Hendrik Olbertz über gute Schule

Tutzing, 12.10.2015

Welche übergeordneten Bildungsziele motivieren Lehrkräfte mit jungen Menschen zu arbeiten?

Mein Bildungsideal

Individuelle Werte im Praxistest

Tutzing, 12.05.2015

Big Data, Algorithmen und künstliche Intelligenz: was kommt auf uns zu und welche Folgen hat das?

Die Macht der Algorithmen

Selbstbestimmung trotz(t) künstlicher Intelligenz

München/Tutzing, 28.04.2015

Selbstbestimmung und digitale Revolution. Akademiegespräch im Landtag am 11. November mit Yvonne Hofstetter und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zur Macht der Algorithmen

Die Macht der Algorithmen

Selbstbestimmung trotz(t) Digitalisierung / Akademiegespräch mit Hofstetter und Leutheusser-Schnarrenberger

München, 12.11.2014

Die Akademie für Politische Bildung Tutzing stellt zusammen mit u.a. Dietmar Bartsch und Max Straubinger die Frage, wie groß die Gestaltungsmacht des Bundestags in Zeiten der GroKo ist.

Der Bundestag und die Große Koalition

Zur Gestaltungsmacht des Parlaments / Mit MdB Bartsch, Grosse-Brömer, Straubinger und Grünen-Landeschef Hallitzky

Tutzing, 11.11.2014

Aufbruch in Freiheit: Erwartungen, Bilanz und Perspektiven der Wende im internationalen Vergleich. Eine Tagung an der APB Tutzing

1989 - Aufbruch in Freiheit

Erwartungen, Bilanz und Perspektiven im internationalen Vergleich

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Ob und wie Demoskopie die Wahlberechtigten im Freistaat Bayern beeinflusst, diskutierte Akademiedirektorin Ursula Münch mit den Meinungsforschungsexperten Matthias Jung (Forschungsgruppe Wahlen) und Jörg Schönenborn (WDR).

(Ohn)Macht der Demoskopie

Akademiegespräch mit Meinungsforschungsexperten Jung und Schönenborn

München/Tutzing, 09.06.2014

Bayerischer Landtag und Akademie für Politische Bildung Tutzing haben für das 48. Akademiegespräch am 25. März 2014 Prof. Dr. Norbert F. Schneider eingeladen, den Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB).

Boomtown München – Ödnis auf dem Land?

Akademiegespräch im Landtag zum demografischen Wandel in Bayern

München, 25.03.2014




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