Smart, effizient, zügellos?

Wie die Digitalisierung unsere Gesellschaft verändert

Tutzing / Tagungsbericht / Online seit: 08.04.2017

Von: Sebastian Haas und Franziska Vogel

Foto: Pixabay CC0

# Verfassungsfragen / Freiheit-und-Sicherheit / Zukunft-der-Medien / Bildung-und-Digitalisierung

Wie wir kommunizieren, wie wir uns fortbewegen, wie wir konsumieren, lernen oder politisch tätig sind – der Einsatz digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie verändert das Eingespielte. Das ist einerseits spannend und kann sich positiv auf die Gesellschaft auswirken, andererseits herrscht große Skepsis vor Fremdbestimmung und dem Verlust der Privatsphäre.

Den kompletten Bericht zu unserer Tagung können Sie in unserem Storify-Board nachlesen.


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Flickr-Galerie © Akademie für Politische Bildung Tutzing

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Informatik haben wir die Digitalisierung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und die technische Expertise mit der politischen Diskussion verknüpft. Schwerpunkte unserer Tagung waren Künstliche Intelligenz, die Digitalisierung der Infrastrukturen sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auf Lernen und Verstehen. Und natürlich stand der Zusammenhang zwischen Digitalisierung, Gesellschaft und Politik auf dem Programm.

Ist die Politik zu naiv?

Die Teilnehmer unserer Podiumsdiskussion zur Rolle der Politik bei der Gestaltung der Digitalisierung waren sich einig: Auch die Volksvertreter gehen meist zu naiv mit dem technischen Fortschritt um, betrachten diesen vor allem aus dem Blickwinkel der Wirtschaftsentwicklung. Fragen der Bildung, des Datenschutzes, des Gemeinwohls und des Zusammenlebens mit der Technik würden nachrangig behandelt. Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, bezog sich auf das Positionspapier der G-20-Digitalminister vom 7. April 2017, das, als „roadmap“ betitelt, nicht viel anderes sei als eine Aneinanderreihung wirtschaftsfreundlicher Absichtserklärungen. „Probleme des Datenschutzes lösen sich anscheinend von selbst, Robotik kommt nicht vor, und über IT-Sicherheit verliert man kaum ein Wort – und das erst kurz nach den Hacks im Bundestag und der Telekom-Router.“

Auch der ehemalige Bundes-Datenschutzbeauftragte Peter Schaar vermisst eine Diskussion darüber, dass „die Prinzipien demokratischen Handelns von der Digitalisierung immer mehr ausgehöhlt werden. Soll die erst beginnen, wenn die Partei die Bundestagswahl gewinnt, die im Vorfeld die beste Datenanalyse der Wählerschaft gemacht hat?“ Ebenso wie Jens-Martin Loebel von der Universität Bayreuth (Sprecher des Fachbereichs „Gesellschaft und Informatik“ der Gesellschaft für Informatik) fordert er die Bürger auf: „Stellen Sie mehr Fragen in Bezug auf die Technik!“ Selbst aktiv werden scheint das Gebot der Stunde, zumal weder Kurz, noch Schaar, noch Loebel das deutsche Bildungssystem hinreichend auf den technischen Wandel vorbereitet sehen.

Stellt sich zuletzt die Frage: Welche digitalen Kompetenzen benötigen Politiker? Warum wirken sie – trotz aller Beratung durch diverse Initiativen aus Wissenschaft und Wirtschaft – oft so hilflos in Bezug auf Digitalisierung, Google, Facebook und Co.? Constanze Kurz erkennt zumindest einen Fortschritt: Man ist sich im Bundestag wie in den Landtagen der großen Bedeutung digitaler Technologien bewusst. Darüber hinaus träten die Netzpolitiker der Parteien kaum in Erscheinung.

Den kompletten Bericht zu unserer Tagung können Sie in unserem Storify-Board nachlesen.


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