Prof. Dr. Hans Maier erhält Karl-Jaspers-Preis

Auszeichnung für sein wissenschaftlich-philosophisches Werk

Heidelberg / Nachricht / Online seit: 31.01.2014

Von: Sebastian Haas

# Politische-Philosophie

Maier-Jaspers-Preis-Heidelberg

Übergabe des Karl-Jaspers-Preises (Foto: Rothe/Universität Heidelberg).

Der Wissenschaftler, ehemalige Bildungspolitiker und langjährige Vorsitzende unseres Kuratoriums Prof. Dr. Hans Maier erhielt den mit 25.000 Euro dotierten Karl Jaspers-Preis, der von der Universität Heidelberg zusammen mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Stadt Heidelberg verliehen wird.

Die Auszeichnung gilt einem wissenschaftlichen Werk von internationalem Rang, das „von philosophischem Geist getragen“ ist. Hans Maier hat sich sowohl als Historiker, Politikwissenschaftler und Philosoph als auch als bayerischer Kultusminister einen Namen gemacht. Gestiftet wurde der bislang neunmal vergebene Preis im Jahr 1983 zum 100. Geburtstag des Philosophen Karl Jaspers (1883 bis 1969). Die Preisverleihung anlässlich der Auszeichnung von Prof. Maier fand am 31. Januar 2014 an der Ruperto Carola statt.

Prof. Dr. Hans Maier war im Dezember 2013 nach langen Jahren als Vorsitzender des Kuratoriums der Akademie für Politische Bildung abgelöst worden - sein Nachfolger ist Dr. Friedrich Wilhelm Rothenpieler. Daher dankt Akademiedirektorin Prof. Dr. Ursula Münch nicht nur „für sein nicht hoch genug zu würdigendes Wirken", sondern gratulierte auch zu einem „renommierten Preis für ein wissenschaftliches Werk von internationalem Rang, das von philosophischem Geist getragen ist. Damit steht Hans Maier in einer Reihe mit Paul Ricoeur, Emmanuel Levinas, Jean-Luc Marion, Hans Georg Gadamer und Jürgen Habermas.“

Nach der Satzung des Karl Jaspers-Preises soll die wissenschaftliche Bedeutung des ausgezeichneten Werks „die Grenzen einer geisteswissenschaftlichen oder psychiatrischen Fachdisziplin zugunsten einer interdisziplinären Verständigung überschreiten“. Preisträger Hans Maier (Jahrgang 1931) studierte Geschichte, Romanistik, Germanistik und Philosophie und wurde 1957 als Schüler des Politikwissenschaftlers Arnold Bergstraesser in Freiburg mit einer Arbeit zum Thema „Revolution und Kirche – Studien zur Frühgeschichte der christlichen Demokratie“ promoviert. Nach der Habilitation übernahm Hans Maier 1962 eine Professur für Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben politikwissenschaftlichen und historischen Themen zählen auch theologische und philosophische Fragestellungen zu Prof. Maiers Forschungs- und Arbeitsgebieten.

Im Jahr 1970 wechselte der Wissenschaftler, der zuvor dem Deutschen Bildungsrat angehört hatte, als bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus in die aktive Politik. Durch dieses Amt, das er bis 1986 ausübte, stand er 1970/1971 und 1982 als Präsident an der Spitze der Kultusministerkonferenz. Von 1978 bis 1987 war Hans Maier zudem bayerischer Landtagsabgeordneter. 1988 kehrte er an die Ludwig-Maximilians-Universität zurück, an der er bis 1999 die Professur für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie innehatte. Neben weiteren Ämtern war Prof. Maier von 1976 bis 1988 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Für sein Wirken und sein wissenschaftliches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet.

Die festliche Veranstaltung zur Verleihung des Karl Jaspers-Preises wird der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel, eröffnen. Nach der Begrüßung folgen Grußworte von Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, und Prof. Dr. Paul Kirchhof, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Die Laudatio auf Prof. Maier hält der Heidelberger Wissenschaftler Prof. Dr. Jens Halfwassen vom Philosophischen Seminar der Ruperto Carola. In seinem Festvortrag spricht der Preisträger zum Thema „Notwendige Übergriffe. Erfahrungen mit interdisziplinären Studien“. Hans Maier wird sich in einer weiteren Veranstaltung am folgenden Tag der Diskussion mit Heidelberger Studierenden stellen.

Der Karl Jaspers-Preis erinnert an einen „Gelehrten, dessen Lebenswerk in Psychopathologie, Philosophie und Weltphilosophie international Anerkennung gefunden hat“. Zudem wollen die Stifter Jaspers‘ „Kampf gegen den Ungeist einer Epoche dankbar würdigen“. Karl Jaspers war als Mitbegründer der Existenzphilosophie einer der wichtigsten deutschsprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Nach seiner Assistenz an der Psychiatrischen Universitätsklinik habilitierte er sich für Psychologie und lehrte ab Anfang der 1920er-Jahre Philosophie an der Universität Heidelberg. Während der NS-Zeit wurde er entlassen und erhielt Publikationsverbot. Nach Kriegsende gehörte Jaspers dem sogenannten Dreizehnerausschuss an, der den Neuaufbau der Universität organisierte. Er nahm seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Ruperto Carola wieder auf, die ihm 1946 die Ehrensenatorenwürde verlieh.

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