Axel Hacke liest in der Akademie

Das Beste aus aller Welt in Tutzing

Vom Tangotanzen im Supermarkt bis zum "Partnerschaftspassiv", wenn es ums Müll rausbringen geht - bei der Lesung von Axel Hacke in der Akademie für Politische Bildung bekamen die Zuschauer einen Einblick in die Gedanken hinter seiner wöchentlichen Kolumne im Magazin der Süddeutschen Zeitung.


Tutzing / Kultur / Online seit: 30.06.2020

Von: Janina Böttger / Foto: Janina Böttger

# Kultur

Programm: Axel Hacke liest und erzählt

Axel Hacke liest und erzählt

Flickr-Galerie © Akademie für Politische Bildung Tutzing. Bitte klicken Sie auf das Foto, falls die Galerie nicht lädt. Sie werden zu Flickr weitergeleitet.

Wo Axel Hacke zu Gast ist, regnet es. Immer. Das ist der Grund, warum er das Wetter mittlerweile persönlich nimmt. Ob im Urlaub im Süden oder bei seiner Lesung in Tutzing. Es müsse jemanden geben, der sich fragt: "Na, wo reist Hacke diesmal hin?" Und so sitzt er in der Akademie für Politische Bildung nicht wie geplant im Rosengarten, sondern im Hörsaal - zwar ebenfalls mit Blick auf den See, aber ohne Sonne. Seine Geschichten trübt das Wetter dennoch nicht.

Geschichten aus dem Familienleben

Er erzählt von seiner Frau Paola und dem "Partnerschaftspassiv", wenn es darum geht, den Müll rauszubringen: "Der Müll müsste rausgebracht werden." Den Gästen ist diese grammatikalische Form, die indirekt den anderen zum Erledigen der Arbeiten auffordert, offensichtlich wohlbekannt. Trotz Mund-Nasen-Maske und Abstandsregel wurde lauthals gelacht. 

Seine Kolumne "Das Beste aus aller Welt" schreibt Axel Hacke seit vielen Jahren für das SZ-Magazin. An manchen Tagen sitzt er aber zu Hause am Schreibtisch, jammert und weiß nicht, was er schreiben soll. Sein Sohn bekommt das mit und fragt ihn eines Morgens, ob man sich selbst aussuchen könne, was man später einmal beruflich macht. Daraufhin entgegnet Hacke: "Ja Luis, du kannst Dir selbst aussuchen, was du werden möchtest, je nachdem, was du gut kannst". Sein Sohn entgegnet ihm darauf: "Und warum hast du dir dann nicht was ausgesucht, was du gut kannst?". Diese morgendlichen Diskussionen über Gott und die Welt bringen Hacke ins Grübeln und er nimmt auch die Zuschauer "zum Denken" mit.

Sehr, sehr tolle Sache: Schreiben im Stil von Donald Trump

Über Präsident Trump denkt Hacke zum Beispiel immer dann nach, wenn er sich mit dem Anstand beschäftigt. Nachdem Trump einen Journalisten bei seinem Wahlkampf 2016 nachäffte, verfasste Hacke kurzerhand eine Kolumne ganz im Stil des mächtigsten Mannes der Welt. Urkomisch und absolut inhaltslos trägt Hacke seinen Monolog vor und windet sich gekonnt um jeglichen Inhalt. Es wäre eine "sehr, sehr tolle Sache", was er da verfasste und er wäre "sehr, sehr begeistert" von einer so "wahnsinnig spannenden und inhaltsreichen Kolumne", die er bald geschrieben haben wird. Dabei nimmt er Bezug auf das Gipfeltreffen von Trump und Kim Jong-un im Jahr 2018, das auf Twitter mehr versprach als dann tatsächlich umgesetzt wurde.

Die Coronakrise beschreibt Hacke als "Tango, den wir im Supermarktgang oder auf dem Bürgersteig tänzeln, um ja nicht von möglichen Coronaviren attackiert zu werden". "Coronieren" nennt er das. Und so coronieren die Zuschauer dann mit ihren Masken durch den Regen zum Auto - und ahnen nichts Gutes für den Sommer. Denn Axel Hacke hat sie gewarnt: "Diesen Sommer bleibe ich in München".


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