Globalisierung - aber sicher!

Tagung mit Bundeswehr-Soldaten zur weltweiten Sicherheit

Die Ebola-Epidemie 2014 und die Flüchtlingskrise 2015 haben die Welt vor neue sicherheitspolitische Herausforderungen gestellt. Wie kann man weltweit gegen Infektionskrankheiten vorgehen? Sollte das Gesundheitswesen digitalisiert werden? Ist eine demokratische Reform der globalen Sicherheit möglich? Wie hat sich die EU-Migrationspolitik verändert? Über diese Fragen haben wir mit dem Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung und Experten aus den Bereichen Sicherheit, Gesundheit und Migration diskutiert.


Tutzing / Tagungsbericht / Online seit: 13.06.2019

Von: Pia Schäfer / Foto: Pia Schäfer

# Internationale Politik, Sicherheitspolitik und Terrorismus

Programm: Ein Blick auf ausgewählte Themen der internationalen Politik und Sicherheitspolitik

Ein Blick auf ausgewählte Themen der internationalen Politik und Sicherheitspolitik

Flickr-Galerie © Akademie für Politische Bildung Tutzing (bitte klicken Sie, falls Ihr Browser die Galerie nicht lädt)

"Es bringt nichts uneinheitliche Asylverfahren in der Europäischen Union zu haben, denn so entsteht 'Asyltourismus'", sagt unser Zeithistoriker Michael Mayer im Rahmen einer Tagung für das Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung der Bundeswehr. Die Flüchtlingskrise 2015 führte zu einem teilweisen Umdenken in der europäischen Asyl- und Einwanderungspolitik. Die Außengrenzen sollen künftig besser geschützt, die Rückführung von Menschen ohne Bleiberecht effizienter gestaltet, Umsiedlungsprogramme ausgebaut, qualifizierte Einwanderung gefördert und Fluchtursachen bekämpft werden. "Die Migrationspolitik der EU fußt auf drei Säulen: Sicherheit, Solidarität und Menschenrechte", beendet Mayer seinen Vortrag.

Gesundheit und Sicherheit - globale Herausforderungen

Die Ärztin Cordula Becker-Ebert von der Führungsakademie der Bundeswehr sprach zum Thema Global Health Security. Durch Reisen, Migration, Klimawandel und internationalem Handel gibt es ein erhöhtes Infektionsrisiko. Besonders durch die Ebola-Epidemie 2014 ist die Aufmerksamkeit für die weltweite Gesundheit gestiegen. Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Krieg ist dabei besonders relevant für das Kommando der Bundeswehr. Durch Kriege werden vielerorts Krankenhäuser zerstört und das Patientenaufkommen steigt. Dies führt zur Strapazierung der örtlichen Gesundheitssysteme. Als Folge steigt das Infektionsrisiko. 2010 brach beispielsweise nach einem Erdbeben in Haiti die Cholera aus.

Nicht nur die Gesundheitsversorgung muss global verbessert werden, der gesamte Sicherheitssektor muss reformiert werden. "Das Ziel ist ein inklusiver, verantwortungsvoller und demokratisch kontrollierter Sicherheitssektor", erklärt unsere Expertin für Sicherheitspolitik Anja Opitz den Soldaten.

Digitalisierung im Gesundheitswesen?

Chenchao Liu vom Beratungsunternehmen Silreal zeigt Möglichkeiten für das Gesundheitswesen durch die Digitalisierung. Dazu zählt beispielsweise Interconnection - die bessere Vernetzung von Patientenakten, Ärzten und Diagnosesysteme. So könnten der bürokratische Aufwand verringert, neue Jobs geschaffen und Fehldiagnosen reduziert werden. In Deutschland gibt es seit Anfang 2016 ein E-Health Gesetz, trotzdem stehen wir in vielen Bereichen noch am Anfang. "Das Problem ist nicht der Datenschutz, es geht vielmehr um den politischen Willen und um Geld", glaubt Liu. Dabei betont er aber, dass nicht alles digitalisiert werden muss. Besonders im Gesundheitswesen ist der persönliche Kontakt wichtig.

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