Tutzinger Mediendialog: Grenzüberschreitungen - Medienethik im digitalen Zeitalter

04.12.2015 - 05.12.2015 / Tagung Nr. 49-3-15


In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Tutzing

Leitung: Michael Schröder / Axel Schwanebeck

Sekretariat: Heike Schenck, Tel: 08158-256-46


Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen im März 2015 berichteten alle Medien über das Ereignis. Im Mittelpunkt des Interesses: der Co-Pilot Andreas L., der das Unglück wohl absichtlich herbeiführte. In fast allen Beiträgen wurden Ross und Reiter genannt: der volle Name des Co-Piloten, sein Wohnort, seine Schule, seine psychische Erkrankung, der Wohnort seiner Eltern. Dem Deutschen Presserat lagen 430 Beschwerden über die Berichterstattung zu diesem Thema vor - ein Rekordwert. Inzwischen ist entschieden: Der Name durfte genannt werden. Bezüglich der Opfer und ihrer Angehörigen gilt: Über sie darf nicht identifizierend berichtet werden. Noch delikater wird die Ausbreitung einer ganzen Lebensgeschichte in den Medien, wenn es sich um einen prominenten Spitzenpolitiker wie den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff handelt. Für Personen der Zeitgeschichte gelten allerdings andere Regeln und sie müssen sich von den Medien sehr viel mehr gefallen lassen. Nicht nur die Presse, sondern auch das Fernsehen gerät in die Kritik. Immer wieder werden Verstöße gegen die Jugendschutzbestimmungen insbesondere bei den privaten Sendern registriert. Zu der RTL-Serie "Deutschland sucht den Superstar" stellte der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring fest: "Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden genau wie in der letzten Staffel als Normalität dargestellt. So werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die den Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegenwirken und eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben". Und das Internet? Ist es ein rechtsfreier Raum oder gelten hier auch Regeln, die es für Content-Anbieter zu beachten gilt? Wir laden Sie zur Diskussion über diese Fragen herzlich nach Tutzing in die Akademie für Politische Bildung ein.


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