Von der analogen zur hybriden Öffentlichkeit

Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft

15.11.2019 - 17.11.2019 / Tagung Nr. 46-2-19


Leitung: Andreas Kalina

Sekretariat: Viktoria Aratsch, Tel: 08158-256-53


Wie kaum eine technische Innovation der jüngeren Vergangenheit zuvor fordert die digitale Transformation alle öffentlichen und privaten Lebensbereiche heraus. Aus gesellschaftlicher Sicht erscheint dabei der schleichende Strukturwandel von Öffentlichkeit besonders brisant: Soziale Medien und Netzwerke übernehmen die Funktion eines digitalen Versammlungsortes und verdrängen damit zunehmend die traditionellen Massenmedien. Der öffentliche Raum erodiert dabei zusehends in fragmentierte digitale Arenen, in denen Algorithmen und Bots zur selektiven Wahrnehmung verführen. Digitale Miniöffentlichkeiten drohen zu selbstreferenziellen Echokammern zu verkommen, zwischen denen es weniger einen abwägenden Meinungsaustausch gibt denn eine eskalierende Polarisierung. Mehr noch: Die Faktizität der kommunizierten Inhalte scheint in einer Ära von "Alternativen Fakten" und "Deep Fakes" hinter die Emotionalisierung zurückzutreten - und die Rationalität der öffentlichen Diskurse zu verlieren. Doch lassen sich der Öffentlichkeitswandel und seine Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft tatsächlich so schwarz-weiß zeichnen? Unsere Tagung soll einen differenzierten Blick auf die Entstehung hybrider Öffentlichkeiten vermitteln - und sich dabei der Frage zuwenden, inwieweit sich unter den neuen Rahmenbedingungen Medien und mediale Rezeption verändern. Dabei werden u. a. folgende Aspekte im Fokus stehen: Mit welchen Herausforderungen geht die neue, digitale Agora einher? Welche Rolle spielen tatsächlich Algorithmen und Bots - und wie beeinflussen sie die gesellschaftliche Meinungsbildung? Wie verändern sich Sprache und Debattenkultur - und welche Effekte haben diese Wandlungsprozesse wiederum auf den öffentlichen Kommunikationsraum? Insgesamt: Was bedeutet der Öffentlichkeitswandel für die politische Kommunikation und unsere repräsentative Demokratie? Dazu gehört auch die Frage, ob und wie man die mutmaßliche Vertrauenslücke zwischen Öffentlichkeit und Medien schließen kann.


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