Emotionen in der Politik

12.11.2021 - 13.11.2021 / Tagung Nr. 45-2-21


Leitung: Andreas Kalina

Sekretariat: Viktoria Aratsch, Tel: 08158-256-53


Emotionen gehören unabdingbar zur Politik. Die Entgegensetzung von Gefühlen und Stimmungen einerseits und Vernunft und Pragmatismus andererseits mag zwar in der Theorie Berechtigung haben. Im politischen und gesellschaftlichen Alltag ist sie aber wenig plausibel. Denn politisches Handeln ist und soll nicht nur rational sein, sondern auch ehrlich, menschlich und empathisch. So sind Emotionen alltägliches Phänomen bei der Gestaltung von Politik. Nicht nur versuchen Politikerinnen und Politiker Menschen durch die Ansprache von Gefühlen zu mobilisieren - sei es im Wahlkampf oder auf der Couch in Talkshows. Vielmehr ist das "Menscheln" auch Legitimationsfaktor: Es ist mitunter Ausdruck von Authentizität, es fördert Vertrauensgefühle und ist Baustein der Bindung zwischen Volk und politischen Akteuren. Emotionen und Emotionalität sind jedoch ambivalent: Sie stiften Legitimität, indem sie Bürgernähe schaffen; und sie dienen der Belebung der Demokratie, indem sie dazu beitragen, Leidenschaften zu wecken, Debatten anzustoßen und politische Beteiligung anzuregen. Sie können sich aber auch als demokratiegefährdend erweisen, da sie sich ebenso leicht zur Verführung, Manipulation und Polarisierung instrumentalisieren lassen - gerade in Zeiten von gefühlten Wahrheiten und postfaktischer Verunsicherung. In unserer Tagung wenden wir uns diesem vielschichtigen Zusammenhang von Emotionen und Politik zu: Welche Rolle spielen Affekte, Gefühle und Stimmungen im politischen Alltag - und welche Rolle sollen sie spielen? Inwiefern tragen sie zu politischen Weichenstellungen bei? Wo liegen die Chancen, wo die Risiken einer emotionsgetragenen Politik, und wie geht man mit diesen um? Welche Folgen ergeben sich für die politische Bildung? Sie sind herzlich eingeladen, dieses vielfältige Wechselspiel von Emotionen und Politik gemeinsam mit unseren renommierten Gästen zu beleuchten und zu debattieren.


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