Tutzinger Schülerforum: Nahost-Region

09.12.2019 - 11.12.2019 / Tagung Nr. 50-1-19*


Leitung: Michael Ingber / Manfred Schwarzmeier

Sekretariat: Viktoria Aratsch, Tel: 08158-256-53

* Fester Teilnehmerkreis. Zusätzliche Anmeldungen nur nach Rücksprache mit dem Tagungssekretariat.


Die Nahost-Region ist seit Langem in Aufruhr. Kriege, oft im Namen der Religion geführt, aber durch Unterdrückung und Einmischung verursacht, führen zu Zusammenbrüchen von Staaten und Gesellschaften. Unzählige Opfer, Flucht und Entwurzelung sowie massive Zerstörungen sind die Folge. Ab 2015 trafen Terrorangriffe auch Europa und die USA; heute weniger, aber die Gefahr besteht weiter. Die Botschaft der Attentäter und ihrer Unterstützer: Der Westen hat weder das Recht, sich in die Region einzumischen, noch korrupte Regierungen zu unterstützen, die die dortigen Völker unterdrücken und den Islam entheiligen. Ängste vor der (angeblichen) Gefahr durch weitere Aufnahme von Flüchtlingen ergreifen die Bevölkerungen und beeinflussen die politische Landkarte (siehe u.a. "Brexit", Aufstieg der AfD, rechts-orientierte Regierungen in Österreich und Italien); Regierungen reagieren weiter mit Militärinterventionen und nicht unproblematischen Maßnahmen (s. Frontex sowie die Politik mehrerer europäischer Länder), ohne tatsächliche Lösungen zu haben. Ungelöst bleibt auch der längste Konflikt in der Region: Israel-Palästina, mit Streit um Jerusalem und Gaza, Besatzung und Unterdrückung, Siedlungspolitik, Mauerbau, Widerstand, Terror von beiden Seiten und gescheiterten Friedensgesprächen. Im Schülerforum behandeln wir die Entwicklungsgeschichten dieser Konflikte, die Rolle von Boden und Ressourcen, die gesellschaftlich-kulturell-religiösen, politischen und psychologischen Faktoren, die Lage der Menschenrechte, die Rolle der Medien sowie die heutigen Auswirkungen und Aussichten für eine Lösung. Durch dieses tiefgreifende und mit unterschiedlichen Methoden (Expertenvorträge, selbstständiges Forschen, Planspiel, Diskussionen) ausgeführte Schulprojekt sollen junge Menschen in die Lage versetzt werden, komplexe Situationen zu durchschauen. Ziel ist es auch, sie zu ermutigen, sich mit politischen und ethischen Fragen in ihrer eigenen und auch in anderen Kulturen auseinander zu setzen sowie die Haltung der jeweiligen Akteure zu verstehen und kritisch zu beurteilen.


PDF-Programm