Ein Blick durchs Schlüsselloch. Politik und Gesellschaft der DDR im Spiegel des Polizeirufs 110

06.11.2015 - 07.11.2015 / Tagung Nr. 45-3-15


Leitung: Jörg Siegmund

Sekretariat: Antonia Kreitner, Tel: 08158-256-58


Arbeitsbummelei und Alkoholismus, Wohnungsnot, Mangelwirtschaft und ein äußerst laxer Umgang mit dem Volkseigentum - die erste Staffel des Polizeirufs 110, gedreht zwischen 1971 und 1991, zeichnet beileibe kein rosiges Bild der DDR. Eine gewisse Realitätsnähe war dabei durchaus gewollt, was auch in der programmatischen Zielsetzung dieser Reihe begründet lag: Die Kriminalfilme sollten nicht nur das Bedürfnis der Zuschauer nach Spannung und Unterhaltung befriedigen, sondern auch der Aufklärung über Verbrechensbekämpfung und -verhütung dienen. Und dabei konnte man die gesellschaftlichen Ursachen von Kriminalität schwerlich ausblenden. Vielleicht liegt es an dieser Authentizität, dass sich die älteren Folgen des Polizeirufs 110 noch immer großer Beliebtheit erfreuen und in den dritten Pro-grammen der ARD regelmäßig wiederholt werden. Die Serie bietet damit auch Anknüpfungspunkte für die historische Auseinandersetzung mit der DDR und die politische Bildung. Insofern überrascht es, dass die Reihe bislang kaum auf wissenschaftliches Interesse gestoßen ist. Umso mehr freue ich mich, dass Experten aus ganz unterschiedlichen Disziplinen auf unserer Tagung der Frage nachgehen werden, ob und inwiefern der Polizeiruf 110 Politik und Gesellschaft der DDR den Spiegel vorhielt. Mit dieser Veranstaltung, die sich nicht nur an einge-fleischte Polizeiruf-Fans wendet, wollen wir einen Blick hinter die Kulissen dieser Fernsehfilmreihe wer-fen. Dabei können wir sicherlich einiges über die DDR lernen und Anregungen erhalten, ob und wie sich diese Kriminalfilme als Medium für die politische Bildung einsetzen lassen.


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