Problemverursacher oder Problembewältiger?

Politische Bildung in Zeiten des Umbruchs

06.11.2020 - 07.11.2020 / Tagung Nr. 45-1-20


Leitung: Ursula Münch / Andreas Kalina

Sekretariat: Viktoria Aratsch, Tel: 08158-256-53


Auch die politische Bildung ist vor dem Corona-Virus nicht gefeit. Die Pandemie trägt dazu bei, dass die Herausforderungen gleichsam wie im Brennglas erscheinen. Spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends haben sich ihre Bezüge und Rahmenbedingungen grundlegend gewandelt: Das Modell der repräsentativen Demokratie ist in die Defensive geraten. Lange favorisierte liberale Gesellschafts- und Politikentwürfe scheinen heute mehr zu verunsichern, als dass sie Orientierung böten. Der demografische Wandel und die Digitalisierung bringen zusätzliche Ungewissheiten mit sich. Umgekehrt erfahren kommunitaristiche Gegenmodelle Aufwind und auch Populismus und Nationalismus verfangen in immer größeren Teilen unserer Gesellschaft. Die Corona-Krise verdeutlicht und beschleunigt diese Entwicklungen. Nicht nur steht heute politische Bildung vor drängenden konzeptionellen inhaltlichen und methodischen Herausforderungen. Vielmehr werden politische Bildungsarbeit und ihre Träger zunehmend mit Vorbehalten konfrontiert. Sei es, dass sie von Teilen der Bevölkerung als Instrument des sogenannten Establishments missverstanden werden; sei es, dass ihre Konzepte, Methoden und Formate als nicht mehr zeitgemäß erachtet werden; sei es, dass sie normativ Demokratievorstellungen anhängen, die angesichts des gesellschaftlichen und politischen Wandels, der technologischen Transformationen und des Paradigmenwechsels in den internationalen Beziehungen als angestaubt gelten. Vor diesem Hintergrund soll unsere Tagung als Forum dienen, auf dem sich Diskurse um die Herausforderungen, Konzepte und Methoden, aber auch um die Aufgaben und Ziele politischer Bildung bündeln.


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