Menu

Digitalisierung

Beim Großthema Digitalisierung befasst sich die Akademie für Politische Bildung mit den gesellschaftlichen Folgen, politischen Gestaltungsmöglichkeiten und den rechtlichen und ethischen Grundlagen der Digitalisierung in Deutschland und darüber hinaus.

Die Digitalisierung ist eine von mehreren Transformationen, deren Folgen für fast alle Facetten unseres Daseins immens sind. Wie wir kommunizieren, wie wir uns fortbewegen, wie wir arbeiten, wie wir konsumieren, wie wir lernen, wie wir politisch tätig werden - überall verändert der Einsatz digitaler Informationstechnik und digitaler Kommunikationstechnik das bislang Eingespielte. Die politischen Bemühungen, Deutschland zum führenden Standort für Künstliche Intelligenz (KI) zu machen, sind auch ein Beleg dafür, dass der Grad der Digitalisierung eines Landes zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden ist. Wie bei allen großen technischen Wandlungen gibt es Hoffnungen auf positive gesellschaftliche Folgen, jedoch auch Skepsis und Furcht, etwa vor Fremdbestimmung und Verlust der Privatsphäre.

Die Pandemie verlieh auch der Digitalisierung in Deutschland einen enormen Schub. Technik ist endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Damit sich die Menschen in der durch die Digitalisierung massiv veränderten Medienwelt bewegen können, wird Medienkompetenz zu einem immer wichtigeren Thema. Nur wer das Geschäftsmodell der digitalen Plattformen und Netzwerke versteht, kann ein Verständnis dafür entwickeln, unter welchem Druck die öffentliche Debatte und mit ihr unsere freiheitliche Demokratie steht. Um angemessen mit den verschiedenen Facetten von Digitalisierung umgehen zu können, reichen Kenntnisse über Technik, Rechtsgrundlagen und Ethik allein nicht aus. Vielmehr gilt es, technische Expertise mit der politisch-gesellschaftlichen Dimension zu verknüpfen.

Ihrem themenübergreifenden Charakter entsprechend, wird die Digitalisierung an der Akademie für Politische Bildung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Dazu gehören:

  • Darstellung der Funktionsweise der zugrundeliegenden Technik, wie zum Beispiel Künstlicher Intelligenz, Cloudtechnologie und Kryptotechnologie. Erläuterung der Anwendungszusammenhänge und Analyse der Folgen für Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Kommunikation, Medien, Bildung, Wissenschaft usw.
  • Betrachtung des durch die Digitalisierung in Deutschland beeinflussten gesellschaftlichen Wandels, zum Beispiel bei Veränderungen in der Arbeitswelt, bei der Mobilität und Energienutzung.
  • Diskussion der Grundlagen und der aktuellen Erfordernisse für eine angemessene Digitalpolitik auf nationaler und supranationaler Ebene. Vergleich verschiedener digitaler Kulturen und des Umgangs verschiedener Staatsformen mit den Möglichkeiten der Digitalisierung.
  • Analyse des Strukturwandels politischer Kommunikation durch digitale Medien und der Beeinträchtigungen der für die rechtsstaatliche Demokratie konstitutiven öffentlichen Diskurse durch Algorithmisierung und Datafizierung (zum Beispiel in Zusammenhang mit dem Bedeutungsverlust der Qualitätsmedien und der Wirkkraft von Desinformationskampagnen und Fake News).
  • Erörterung der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Privatsphäre. Diskussion des Verständnisses von Privatsphäre und ihrer Gefährdungen durch die Digitalisierung (in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Gerichtshofs der Europäischen Union).
  • Diskussion von Gerechtigkeitsfragen der Digitalisierung, zum Beispiel hinsichtlich der unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten und Nutzungsmöglichkeiten von digitalen Diensten und daraus resultierenden Unterschieden bei der gesellschaftlichen und politischen Partizipation.
  • Erörterung der Frage von Autonomieverlust durch freiwillige Preisgabe von Daten an digitale Plattformen und deren Verarbeitung mittels Künstlicher Intelligenz. Betrachtung der Auswirkungen der Monopolisierung von digitalen Dienstleistern.
  • Analyse der durch die Digitalisierung beeinflussten internationalen Machtstrukturen und Abhängigkeiten sowie ihrer Folgen für die Sicherheitspolitik und Verteidigungspolitik, insbesondere in Deutschland und Europa.
  • Förderung von Medienkompetenz – nicht nur von jungen Menschen. Analyse des Einsatzes digitaler Lernformate (z.B. E-Learning) und Anwendung/Probe digitaler Formen der politischen Bildung.
  • Diskussion von Notwendigkeiten und Restriktionen der Digitalisierung in Bayern auf Ebene des Freistaats und der Kommunen; u.a. Erfordernis und Stand der Digitalisierung unterschiedlicher Verwaltungsbereiche bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Gewährleistung sicherer Infrastrukturen sowie der Belange des Datenschutzes.
Wie Künstliche Intelligenz die Bildung verändert
Mehr
Der Strukturwandel als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Mehr
Wie gelingt der digitale Wandel in bayerischen Kommunen?
Mehr
Europa plant Datensouveränität durch offene Datenräume
Mehr

Seite: 2 von 11 | Treffer: 5 bis 8 | zurück |

Kontakt
Publikationen
Michael Schröder
Akademie-Kurzanalysen, 2/2020
Tutzing 2020, Akademie für Politische Bildung, 15 Seiten
ISBN-13: 978-3-9821033-1-0

15.05.2024 - 15.05.2024
Demokratie im Gespräch: Desinformation im europäischen Wahlkampf
Reale Gefahr oder mediales Schreckgespenst?

17.06.2024 - 21.06.2024
Medienethik
Aktuelle Themen und Perspektiven

05.07.2024 - 06.07.2024
Die Demokratie im digitalen Zeitalter
Das Superwahljahr 2024