Die Sprache von Forschung und Lehre: Lenkung durch Konzepte der Ökonomie?

26.02.2018 - 27.02.2018 / Tagung Nr. 9-1-18


In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache e.V. und dem Zentrum für Europäische Bildung der Fakultät für Lehrerbildung der Universität Zagreb

Leitung: Ursula Münch / Ralph Mocikat / Siegfried Gehrmann / Jörg Siegmund

Sekretariat: Simone Zschiegner, Tel: 08158-256-47


Die "Weltsprache Englisch" dominiert seit einiger Zeit nahezu alle strategisch wichtigen Bereiche gesellschaftlichen Denkens und Handelns. Auch in der Wissenschaft sind aus zahlreichen Disziplinen andere Sprachen bereits praktisch verschwunden. Die Vermutung ist, dies geschehe unter dem Zwang einer Marktorientierung, die nicht nur die rasche Globalisierung wissenschaftlicher Ergebnisse erzwingt, sondern auch Universitäten zu Unternehmen transformiert, die weltweit um qualifiziertes Personal, Geld und Reputation konkurrieren. Die Schaffung unternehmerischer Kategorien von Wissenschaft, die Legitimation der eigenen universitären Existenz mithilfe zunehmend marktbezogener Ziele sowie die Uniformierung allen wissenschaftlichen Sprechens könnten also eng aufeinander bezogen sein. Unsere Konferenz untersucht, ob und wie sich wissenschaftliche Bildung, Forschung und Kommunikation in Deutschland unter dem Einfluss insbesondere ihrer sprachlichen "Ökonomisierung" bereits verändern. Die Asymmetrie zugunsten der Hegemonialsprache Englisch könnte nicht nur mit wichtigen Chancen verbunden sein, sondern auch mit erheblichen Risiken wie etwa Erkenntnisverzicht, eingeschränkter Wissensteilhabe und der Begünstigung rein marktorientierter Erkenntnisinteressen.


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