Tutzinger Journalistenakademie: Verräter oder Aufklärer?

Die Rolle von Whistleblowern für Demokratie und Medien

22.02.2016 - 23.02.2016 / Tagung Nr. 8-4-16


In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Leitung: Michael Schröder / Sabrina Gaisbauer / Lothar Hausmann

Sekretariat: Heike Schenck, Tel: 08158-256-46

Die Veranstaltung ist ausgebucht


Seit den Enthüllungen von Edward Snowden gehört der bis dahin nur Spezialisten in Justiz, Politik und Medien bekannte Be-griff des Whistleblowers zum allgemeinen Sprachgebrauch. Der Mann, durch dessen Hinweise der NSA-Skandal aufgedeckt wurde, ist zwar ein bedeutender, aber keineswegs der erste Whistleblower in einer langen Reihe mutiger Menschen, die als Insider Alarm schlugen, um auf gravierende Missstände am Arbeitsplatz oder in der Politik hinzuweisen. Nicht selten bezahlen sie und die mit ihnen zusammen-arbeitenden Journalistinnen und Journalisten für ihren Mut einen hohen Preis. Dies zeigt die Strafverfolgung von Markus Beckedahl, der geheime Berichtsauszüge über eine V-Mann-Affäre auf netzpolitik.org veröffentlichte. In den USA genießen sie - anders als bei uns - einen besonderen, gesetzlich verankerten Schutz. In Deutschland dagegen setzen einige diese Hinweisgeber nicht selten mit "Spitzeln", "Verrätern" oder "Nestbeschmutzern" gleich und ächten ihr "Verpfeifen", "Verraten" oder "Verpetzen". Tatsächlich aber prangern Whistleblower in aller Regel gesellschaftlich relevante Missstände an. Sie tun dies nicht aus Eigennutz, also etwa für Geld oder aus gekränkter Eitelkeit, sondern aus Gewis-sensgründen - sogar auf die Gefahr hin, dass sie damit Beruf und Karriere, Freundschaften und Familie aufs Spiel setzen. Unsere Tagung will die Rolle und Bedeutung der Whistleblower für eine funktionierende Mediendemokratie beleuchten. Dabei interessiert besonders ihr Verhältnis zu den recherchierenden Journalisten, die ohne sie viele Geschichten nicht veröffentlichen könnten und überhaupt erst eine breite Öffentlichkeit für Probleme sensibilisieren. Einen besonderen Schwerpunkt setzen wir auf die Frage der rechtlichen Einordnung und Bewertung und fragen nach der Notwendigkeit eines Hinweisgeberschutzgesetzes. Es wird Zeit, darüber zu sprechen, wie wir als Gesellschaft zu Whist-leblowern stehen - und handeln wollen. Diese Tagung wird ein erster Schritt dahin sein. Wir freuen uns auf lebhaften Aus-tausch, Streitfälle, neue Ideen - und auf Sie. Unsere Fachtagung richtet sich ausschließlich an Adressaten aus den Bereichen Journalismus, Politik und Wissenschaft.


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