Den Osten im Blick

Die Europäische Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik auf dem Prüfstand

07.02.2020 - 08.02.2020 / Tagung Nr. 6-3-20


Leitung: Andreas Kalina

Sekretariat: Viktoria Aratsch, Tel: 08158-256-53

Die Tagung ist komplett ausgebucht.


Eines der Hauptmerkmale des europäischen Einigungsprozesses ist seine offene Finalität: In Bezug auf die Tiefe der Integration sprechen die Verträge von einer "immer engeren Union" und auch geografisch scheint die Integration keine festen Grenzen zu kennen - zumal mit Blick auf Europas Osten. Diese doppelte Offenheit hat die Dynamik der Einigung befeuert, zugleich aber Ungewissheiten wachsen lassen: So haben die bisherigen Erweiterungsrunden Stabilität und Wohlstand in den neuen Mitgliedstaaten maßgeblich begünstigt und dadurch die Sicherheit und Prosperität ganz Europas befördert. Im gleichen Maße haben sie die ökonomische und kulturelle Heterogenität innerhalb der Union gesteigert. Diese wachsende Vielfalt erschwert aber die Identifikationsfähigkeit der Bürger mit der EU und ebenso schränkt sie deren Handlungsfähigkeit ein, da Kompromisse schwieriger werden. Als Folge wird die Legitimität der größer werdenden Union zunehmend herausgefordert. Vor diesem Hintergrund werden wir die Erweiterungspolitik bilanzieren und nach deren künftiger Gestaltung im Spannungsfeld von Nachbarschaft, privilegierter Partnerschaft und realistischer Beitrittsoption fragen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Beitrittsperspektive für die Staaten des Westbalkans gewidmet. Ebenso betrachtet wird die Türkei, die ihre Beitrittsoption verwirkt zu haben scheint. Und nicht zuletzt soll der Blick in Richtung Ukraine, Moldawien und Kaukasus gelenkt werden, die ihrerseits mit einer engeren Anbindung an die EU kokettieren und zugleich im geostrategischen Fokus "Brüssels" liegen. In größeren Zusammenhängen wird es insofern um alternative Europa-Konzepte jenseits einer engen "Union" gehen. Wir laden Sie herzlich zu uns an den Starnberger See ein, um an diesen Debatten teilzuhaben!


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