© iStock/peterschreiber.media
Akademie am Abend: Die Medienlandschaft der USA
Politisiert und polarisiert
Leitung: Kinza Khan
Sekretariat: Antonia Kreitner, Tel.: 08158 / 256-58
Online-Veranstaltung
Eine kurzfristige Anmeldung für den Online-Vortrag ist nur noch per Telefon möglich: 08158 256-0.
Das First Amendment garantiert die Meinungs- und Pressefreiheit in den USA. Ein hohes Gut, darin sind sich alle einig, doch kaum ein Tag vergeht ohne Meldungen, dass traditionelle und einschlägige Qualitätsmedien und einzelne ihrer Mitglieder angegriffen, ihnen Mittel gestrichen werden, mit Lizenzentzug gedroht wird und Klagen gegen sie eingereicht werden. Um zu verstehen, was in den USA vorgeht, lohnt sich eine Betrachtung des dortigen Mediensystems, das sich wesentlich vom hiesigen unterscheidet: Die öffentlich-rechtlichen Sender spielen traditionell keine bedeutende Rolle, womit eine übergeordnete Größe, die Binnenpluralität als grundlegendes Prinzip verankert, fehlt. Vielmehr fühlen sich ganze Sender und Medienhäuser politischen Lagern deutlich zugehörig. Hinzu kommen die traditionell kommerzielle Ausrichtung der US-Medienlandschaft, zahlreiche neu dazugekommene „alternative“ Medien, die kaum einem journalistischen Standard standhalten, sowie eine durch Algorithmen begünstigte, pulsierende Emotionalisierung der Debatten durch und auf Social Media. Diese Faktoren verstärken eine Polarisierung der Auseinandersetzung in den Vereinigten Staaten und bringen eine erzwungene „Lagerbildung“ auch für jene Medien mit sich, die sich um Rationalität bemühen – viel Stoff also, über den wir zum Abschluss unserer USA-Reihe sprechen möchten.
