Entgrenzter Extremismus - bedrohte Freiheit

16.10.2015 - 18.10.2015 / Tagung Nr. 42-4-15


In Zusammenarbeit mit dem Landesverband Bayern der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) und der Europäischen Akademie Bayern

Leitung: Michael Schröder / Armin Scherb / Birgit Schmitz-Lenders

Sekretariat: Heike Schenck, Tel: 08158-256-46

Eine Teilnahme ist nur noch ohne Übernachtung möglich


Bei der Vorstellung des neuesten Berichts des bayerischen Ver-fassungsschutzes Ende April 2015 wurde wieder auf die vielfälti-gen Bedrohungen unseres freiheitlichen Rechtsstaates durch poli-tischen und religiösen Extremismus hingewiesen. Die Bedrohung durch islamistischen Terror ist auch bei uns unverändert hoch. Al-lein die Anschläge von Paris, Kopenhagen, Tunis, Sousse, Lyon und Kuwait forderten seit Jahresbeginn mehr als 100 Todesopfer. In der rechtsextremistischen Szene steigen Agitation und Gewalt gegen Asylbewerber und Flüchtlinge. Und bei linksextremistischen Gruppierungen gibt es nach wie vor eine hohe Gewaltbereitschaft, wie die jüngsten Krawalle in Frankfurt bei der Eröffnung der EZB-Zentrale und die Ausschreitungen zum 1. Mai in Hamburg zeigen. 2014 haben bundesweit schon mehr als 550 Islamisten, davon rund 50 aus Bayern, Deutschland in Richtung syrisches Kriegsgebiet verlassen. Zum April 2015 liegt die Zahl der Ausgereisten bei ca. 680, davon etwa 60 aus Bayern. Hauptagitationsfeld der Rechtsextremisten war 2014 der Zuzug von Asylbewerbern und Bürgerkriegsflüchtlingen. Es gibt zunehmend Versuche der Rechtsextremisten, bürgerliche islamkritische Initiativen zu infiltrieren. Die antisemitischen und fremdenfeindli-chen Straftaten stiegen in Bayern im Vergleich zum Vorjahr von 310 auf 538. Weitere Alarmzeichen für unsere Demokratie sind unübersehbar: Die Wahlbeteiligung sinkt auf allen Ebenen. Politische Gruppierun-gen mit einfachen Botschaften und geringer Kompromissbereit-schaft erobern die politische Bühne. "Montagsdemonstrationen" in Dresden und anderen deutschen Städten wenden sich gegen eine vermeintliche "Islamisierung des Abendlands". Und nach ihren Er-folgen bei der Europawahl 2014 ist die europakritische "Alternative für Deutschland" in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Ham-burg in die ersten Landesparlamente eingezogen. Die diesjährige Jahrestagung des bayerischen Landesverbands der DVPB nimmt bewusst alle politischen und religiösen Extremis-men in den Blick. Neben der Betrachtung der deutschen Probleme wird ein Blick über den Zaun zu unseren europäischen Nachbarn Frankreich, Italien und Ungarn nicht fehlen. Fachwissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen analysieren die aktuelle Situation und die davon ausgehende Bedrohung. Ein weiterer Schwerpunkt werden Präventionsprogramme gegen politischen und religiösen Extremismus sein.


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