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Grenzenlose Vorurteile
Die Geschichte des transatlantischen Rassismus in Europa und den Amerikas
In Zusammenarbeit mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Leitung: Michael Mayer / Christine Hatzky
Sekretariat: Antonia Kreitner, Tel.: 08158 / 256-58
Die Tagung ist ausgebucht.
In der gängigen Forschung zur Geschichte des Rassismus gilt das 19. Jahrhundert – insbesondere die Rezeption und Verzerrung darwinistischer Ideen – als entscheidender Wendepunkt. Doch rassistisches Denken hat eine längere Vorgeschichte. Unsere Tagung rückt diese frühen Formen einer diskriminierenden Weltdeutung in den Mittelpunkt und öffnet damit einen anderen Blick auf die Genese des Rassismus. Bereits im 15. Jahrhundert entwickelte sich auf der iberischen Halbinsel die Vorstellung einer „limpieza de la sangre“ – der „Reinheit des Blutes“. Dieser Gedanke ging über religiöse Differenz hinaus und etablierte erste essentialistische Zuschreibungen, die über Konversion oder kulturelle Anpassung hinausgingen. Unsere Tagung fragt, wie sich solche frühen Konzepte auf die kolonialen Kontexte der eroberten Amerikas niederschlugen und wie sich europäische und in den Amerikas entwickelte Vorstellungen von menschlicher Ungleichheit wechselseitig beeinflussten. Im Fokus steht die Entwicklung von frühneuzeitlichen Formen struktureller Diskriminierung bis hin zum biologisch legitimierten Rassismus des 19. und 20. Jahrhunderts. So soll ein Beitrag zu einem tiefergehenden Verständnis der Wandelbarkeit rassistischer Ordnungen und ihrer langen Geschichte geleistet werden.
