(Un-)Fair Play?

Sport und Politik

12.10.2018 - 14.10.2018 / Tagung Nr. 41-3-18*


Interdisziplinäre Akademie in Kooperation mit dem Max-Weber-Programm / Studienstiftung des deutschen Volkes

Leitung: Andreas Kalina / Jutta Weingartner

Sekretariat: Viktoria Aratsch, Tel: 08158-256-53

* Fester Teilnehmerkreis. Zusätzliche Anmeldungen nur nach Rücksprache mit dem Tagungssekretariat.


Sport gerät immer mehr in Verruf. Die Debatten um den Rücktritt des Fußballnationalspielers Mesut Özil, dessen Hintergründe und Auswirkungen, verdeutlichen die politischen und gesellschaftlichen Facetten des Spitzensports, einschließlich seiner Instrumentalisierungs- und Missbrauchspotenziale. Die FIFA scheint in die Nähe des Organisierten Verbrechens zu rücken. Spitzenfunktionären des Leichtathletikverbands IAAF werden kriminelle Machenschaften vorgeworfen und die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada deckt staatlich gelenktes Doping auf. Auch auf sportlicher Ebene gehören Betrug und Unfair Play zur alltäglichen Begleiterscheinung - häufig geduldet, wenn nicht gar gefördert durch institutionelle oder staatliche Strukturen. Die Vergabepolitik bei globalen Großveranstaltungen scheint immer delikater, zumal Offerten aus Russland, China, Aserbaidschan oder den Golfstaaten mit Regelmäßigkeit den Zuschlag erhalten - oft mit fragwürdigen Entwicklungsplänen. Denn Sport ist seit jeher stets auch ein Machtinstrument - und wie ein jedes andere auch wird er eben nicht nur aufs Gemeinwohl verpflichtet eingesetzt, sondern ist durchaus für Missbrauch anfällig. Dessen ungeachtet ist Sport auch immer unabdingbarer Bestandteil unserer gesellschaftlichen Ordnung gewesen. Mehr noch: Er ist Grundelement des gesellschaftlichen Zusammenhalts und stellt relevante gesundheitsfördernde, integrative, pädagogische und friedensstiftende Angebote zur Verfügung. Aber auch hier wird er zunehmend herausgefordert: Infolge der anhaltenden Kommerzialisierung und Eventisierung scheint der Breitensport als Allgemeingut ins Hintertreffen zu geraten. In unserer Veranstaltung fokussieren wir die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Sport, Gesellschaft und Politik und wenden uns den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen zu: Wir werden nach der gesellschaftlichen Vorbildfunktion und Verantwortung von Spitzensportlerinnen und -sportlern fragen, ebenso wie nach dem (Missbrauchs-)Potenzial von Sport als politischem Instrument. Und nicht zuletzt werden wir unser Augenmerk auf die Bekämpfung illegaler Begleiterscheinungen richten: Inwiefern lässt sich hier durch (Selbst-)Kontrolle, durch politische Regelungen und durch Gerichtsbarkeit gegensteuern? Es geht also insgesamt um die Frage, wie Sport auch in der Zukunft ein gesellschaftliches Allgemeingut bleiben kann. Wir laden Sie herzlich an den Starnberger See ein, um gemeinsam mit unseren namhaften Gästen diese und weitere Fragen zu debattieren.


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