Indien denken. Indien und die deutsche Indologie um 1800

23.09.2015 - 25.09.2015 / Tagung Nr. 39-1-15


mit TU Dresden und Staatl. Kunstsammlung Dresden

Leitung: Michael Spieker / Bruno Haas

Sekretariat: Alexandra Tatum-Nickolay, Tel: 08158-256-17


Um 1800 wird das Thema Indien auch in Deutschland auf eine bis dahin nicht bekannte Weise interessant. Schlegel lernt Sanskrit, macht sich an die Übersetzung der Baghavat Gita und des Gesetzes des Monu, schreibt sein Buch über die indische Weisheit und Sprache. Schlegels Interesse an Indien hat allerdings auch Gründe, die nicht so sehr mit Indien als vielmehr mit Problemen zu tun haben, die seit Kant in der geistigen Situation Deutschlands und Europas immer dringender werden. Entlang der Rezeption der indischen Geisteswelt in Philosophie und Kunst innerhalb Deutschlands soll das Kolloquium die Wechselbeziehung zwischen Deutschland und Indien erkunden. Diese philosophiegeschichtliche Auseinandersetzung bekommt freilich erst vor dem geschichtlichen Hintergrund ihre volle Brisanz. Während Schlegel über die unmittelbare Gottgegebenheit der Sanskritsprache spekuliert und in indischer Weisheit die ältesten Zeugen adamitischen Sprachwesens erahnt, vernichten die Engländer die letzten Reste politischer Autonomie und gehen zur kapitalistischen Ausbeutung des Landes über, der z.B. die offenbar einst stolzen Ruinen der Harappa-Kultur zum Opfer fallen, welche, wie es heißt, als Steinbrüche dem Bau von Eisenbahnstrecken dienen mußten.


PDF-Programm

Online-Anmeldung

q
/>