Tutzinger Sommerakademie: Investitionen in Deutschland

Öffentliche Infrastruktur, Wohnungsbau und Energiewende

04.09.2017 - 07.09.2017 / Tagung Nr. 36-1-17


In Kooperation mit dem ifo-Institut Dresden

Leitung: Wolfgang Quaisser / Joachim Ragnitz

Sekretariat: Antonia Kreitner, Tel: 08158-256-58


Die Klagen sind groß: Die Verkehrsinfrastruktur muss erneuert und ausgebaut werden, die Schulen sind sanierungsbedürftig und bezahlbarer Wohnraum fehlt. Dies gilt insbesondere für städtische Agglomerationen, die starken Zuzug verzeichnen. Teilweise wird dies durch die Flüchtlingskrise noch verschärft. Ländliche und strukturschwache Regionen leiden dagegen unter Abwanderung sowie Geburtenmangel, und die dortige Infrastruktur muss insbesondere in einigen Teilen Ostdeutschlands neu angepasst, teilweise sogar zurückgebaut werden. Gleichzeitig häufen sich Fehlplanungen, um nur die Elbphilharmonie und den Berliner Flughafen als Beispiele zu nennen. Einige Großprojekte stoßen auf erbitterten Widerstand (siehe Stuttgart 21) oder scheitern gar (Olympiabewerbungen Hamburg und München/Garmisch-Partenkirchen). Immer wieder wird beklagt, dass Deutschland schon seit langem unter zu geringen Nettoinvestitionen leidet und der Anteil der Investitionen an den Staatsausgaben zu gering ist. Sie lassen sich bei knappen öffentlichen Kassen am leichtesten reduzieren, doch mittel- bis langfristig sind negative Folgen für das Produktionspotential und die Nachhaltigkeit der Infrastruktur zu befürchten. Zwar sprudeln in Deutschland die Steuereinnahmen in den letzten Jahren wieder und die Investitionstätigkeit nimmt zu, doch ist der Nachholbedarf inzwischen so hoch, dass das Defizit nur langsam abgebaut werden kann. Gleichzeitig leiden Privatanleger und Großinvestoren (Versicherungen, Banken) unter dem Mangel an langfristigen sicheren rentierlichen Anlagemöglichkeiten. Wie können die Investitionen in die öffentliche Infrastruktur erhöht werden, ohne die öffentlichen Finanzen zu stark zu belasten? Wie vermeidet man Fehlplanungen bei Großprojekten und welche Rolle spielt dabei die Bürgerbeteiligung? Wie verändern sich städtische Agglomerationen und ländliche Regionen und welche infrastrukturellen Herausforderungen sind dabei zu bewältigen? Welche infrastrukturellen Investitionen benötigt die Energiewende und der Übergang zur digitalen Gesellschaft?


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