Was hält uns zusammen? Fliehkräfte in der pluralistischen Gesellschaft und die Rolle der Politischen Bildung

23.01.2016 - 24.01.2016 / Tagung Nr. 3-3-16


Leitung: Barbara Weishaupt

Sekretariat: Ina Rauš, Tel: 08158-256-53


Was hält uns zusammen? Die Frage nach dem sozialen Zusammenhalt stellt sich in allen Gesellschaften zu allen Zeiten, im Moment erscheint sie jedoch besonders dringlich. Unzählige Gegensätze prägen unsere moderne, pluralistische Gesellschaft. Interessenskonflikte zwischen den Generationen, das Auseinanderdriften von Arm und Reich, eine zunehmende digitale Kluft, das Erodieren gemeinsamer Werte und Normen durch Individualisierungstendenzen, die Chancenungleichheit aufgrund ethnischer und sozialer Herkunft oder die Segregation des Wohnraums in Großstädten sind nur einige Beispiele für die Fliehkräfte, denen unsere Gesellschaft ausgesetzt ist. Dazu kommt aktuell die erbittert geführte Debatte über den Umgang mit den vielen Flüchtlingen, die zu uns kommen. Sieht man Bilder von wutschnaubenden Pegida-Anhängern, die jegliches Vertrauen in Politik, Medien und Gesellschaft verloren zu haben scheinen, und gleichzeitig Bilder von applaudierenden Menschen, die Flüchtlinge herzlich willkommen heißen, so kann man sich des Gefühls, die Gesellschaft treibe unausweichlich auseinander, kaum erwehren. Aber stimmt dieses Gefühl auch? Wir möchten der subjektiven Wahrnehmung zunehmender Desintegration nachgehen. Zum einen fragen wir nach Problemfeldern, die uns trennen, und geben einen Überblick über soziale Ungleichheiten. Zum anderen lassen sich aber auch Faktoren bestimmen, die Gesellschaften zusammenhalten. Aus diesen Gegenüberstellungen können Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft abgeleitet werden. Das aktuelle Phänomen der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsthematik nehmen wir besonders in den Blick. Als politische Bildner fragen wir uns natürlich auch, welche Rolle die politische Bildung spielen kann und muss. Und nachdem viele drängende Probleme auf nationaler Ebene nicht gelöst werden können, befassen wir uns abschließend mit der Solidarität in Europa.


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