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20.05.2026 - 20.05.2026 / Tagung Nr. 21-4-26
iStock/Natalya Kosarevich

© iStock/Natalya Kosarevich

Philosophie im Dialog – Klassiker verstehen

Etappe I: Antike Anfänge (3. Treffen) | Die gerechte Gesellschaft und ihre Feinde: Platons Politeia

Leitung: Laura Martena

Sekretariat: Antonia Kreitner, Tel.: 08158 / 256-58

Beim dritten Treffen widmen wir uns einem der Hauptwerke Platons: der Politeia. Seine Bedeutung für die Geschichte politischen Denkens ist schwer zu überschätzen. Im ersten Buch stellt Sokrates die Frage nach der Gerechtigkeit anhand der alltäglichen Urteilspraxis seiner Partner. In den folgenden Büchern entwirft er eine eigene Vorstellung der gerechten Ordnung in Seele und Staat. In der Rezeption wird die Politeia daher meist als Platons Idealstaatskonzept gedeutet. Hier fängt der Streit an. Denn Platons Staat scheint von einer strengen Hierarchie gekennzeichnet, die fast alle Bürger von der politischen Partizipation ausschließt – außer die Philosophenherrscher. Karl Popper, und mit ihm viele andere, erklärten Platon daher zu einem antidemokratischen, totalitären Denker – wenn nicht zum Protofaschisten. Wir prüfen dieses populäre Vorurteil. Und wir zeigen, warum Platons Warnung vor einer Erosion der Demokratie durch den Aufstieg eines Tyrannen aktueller kaum sein könnte.