Richard Rorty als Herausforderung für die politische Philosophie - 30 Jahre Kontingenz, Ironie und Solidarität

20.05.2019 - 22.05.2019 / Tagung Nr. 21-4-19


Leitung: Roberta Astolfi / Michael Spieker / Martin Müller

Sekretariat: Alexandra Tatum-Nickolay, Tel: 08158-256-17


Vor dreißig Jahren erschien Richard Rortys zweites Hauptwerk Kontingenz, Ironie und Solidarität. Darin skizziert Rorty die Utopie einer post-metaphysischen liberalen Gesellschaft, in der Freiheit als Bewusstsein der Kontingenz universell geworden ist. Die zentrale Figur der liberalen Ironikerin verkörpert diese Utopie. Sie ist Ironikerin und liberale Ethnozentristin zugleich. Im Privaten strebt Rortys Idealbürgerin nach sprachlicher Selbsterschaffung. Im Öffentlichen tritt sie für Solidarität ein. Beides kombiniert sie in einer lebenspraktischen Balance. Die Suche nach einer übergreifenden Theorie (des Menschen) zur Begründung der liberalen Werte ist hingegen in Rortys Utopie verabschiedet. Denn diese Suche ist nach Rorty nicht nur aussichtslos, sondern auch gefährlich für die liberale Demokratie. Der Schwerpunkt von Rortys provokativer Neubeschreibung des Liberalismus mit dem Motto Freiheit statt Wahrheit liegt auf der Begründungsebene. Gegen das deutsche Begründungsprojekt geht er vom Vorrang der Demokratie vor der Philosophie aus. Er plädiert für eine Wende zur Erzählung und die Privatisierung der Theorie. Die Literatur ist für Rorty das geeignetere Vehikel des moralischen Fortschritts. Dabei operiert er mit einem Gefühlsbegriff der Solidarität. Rortys zentrale und auch sehr umstrittene Unterscheidung ist diejenige zwischen privat und öffentlich. Die Tagung diskutiert dieseHerausforderungen für die politische Philosophie. Sie lädt dazu ein, das (kritische) Gespräch über Rorty gemeinsam fortzuführen.


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