Gartenfest mit Tiefgang
Ursula Münch begrüßt Gäste aus Politik und Gesellschaft
Beim traditionellen Gartenfest der Akademie für Politische Bildung trafen sich mehr als 400 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Direktorin Ursula Münch sprach über Demokratie, Medien und den Wert der Gemäßigten - und gedachte des kürzlich verstorbenen Prof. Dr. Hans Maier.
Tutzing / Aus der Akademie / Online seit: 20.07.2026
Von: Anna Berchtenbreiter / Foto: Anna Berchtenbreiter
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Das diesjährige Gartenfest der Akademie für Politische Bildung führte wieder zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in Tutzing am Starnberger See zusammen. Direktorin Ursula Münch nutzte ihre Begrüßungsrede, um auf die politischen Herausforderungen der Gegenwart einzugehen. Sie gedachte außerdem Prof. Dr. Hans Maier, der im Juni wenige Tage vor seinem 95. Geburtstag verstorben ist. Der frühere bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus gehörte dem Akademie-Kuratorium 49 Jahre lang an, davon fast 25 Jahre als dessen Vorsitzender.
Die Aufgabe der Gemäßigten
"In Anbetracht der Bedrohung durch autoritäres und völkisches Denken müssen sowohl die Bundesregierung als auch die verschiedenen Landesregierungen der Wählerschaft durch ihr konkretes Tun beweisen, dass unser Land mit Augenmaß und moderaten Reformen wesentlich besser fährt als mit den unterkomplexen Vorschlägen der Extremisten", forderte Direktorin Ursula Münch in ihrer Rede beim jährlichen Gartenfest der Akademie. Dafür sei jedoch auch die Unterstützung aus Gesellschaft und Medien notwendig, die den Wert des Kompromisses stärken müssten. Denn die geballte Kombination aus Verunsicherung sowie digitaler Macht- und Wirtschaftskonzentration sporne die rebellische Zerstörungslust derer noch weiter an, die den demokratischen Verfassungsstaat bewusst aufs Spiel setzen wollen, so Münch. Und doch sieht die Akademiedirektorin Hoffnung: "Ich bin davon überzeugt, dass wir in der Lage sind zu vermitteln, dass das Land mit den Gemäßigten besser fährt als mit den Extremisten."
Die Unverzichtbarkeit der Medien
Auch die Medien sieht Münch in der Pflicht: "Die in Artikel 5 geregelte Pressefreiheit sowie die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film sind in unserem demokratischen Verfassungsstaat auch ein Auftrag. Die Medien müssen ihre Kontrollfunktion ernst nehmen und gewissenhaft ausüben." Dabei bezieht sich die Akademiedirektorin auch auf eine US-amerikanische Studie, die zeigt, was in Regionen geschieht, in denen es keine seriöse Lokalpresse und damit keine "Watchdog-Funktion" mehr gibt: Regelverstöße in Verwaltung, Politik und Wirtschaft blieben dann unentdeckt und häuften sich. Münch fordert mehr Sorgfalt zum Schutz der Demokratie - keine Dauerskandalisierung, keine unkritische Hofberichterstattung und erst recht keine Einseitigkeit. Doch sie sieht auch eine gewisse Verantwortung beim Publikum: "Ein demokratischer Verfassungsstaat ist darauf angewiesen, dass unsere Urteilskraft und unser Verantwortungsbewusstsein nicht im Strom des 'Doom Scrolling' untergehen."
Mehr als 400 Gäste feiern im Rosengarten
Trotz vorheriger Regenprognose konnten Gäste im Rosengarten der Akademie bei trockenem Wetter gutes Essen und interessante Gespräche genießen. Ursula Münch hatte neben Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft auch wieder ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Mitglieder des Förderkreises der Akademie für Politische Bildung eingeladen.

