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Institutionen unter Druck

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft

Inwiefern beeinflussen Akteure Institutionen und setzen deren Funktionslogiken außer Kraft? Was bedeutet das für Justiz, Diplomatie, Gesellschaft und internationale Beziehungen? Die Tagung "Schwache Institutionen - starke Akteure?" der Akademie für Politische Bildung und der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft wirft am 3. und 4. Juli einen interdisziplinären Blick auf drängende Herausforderungen unserer Zeit.

Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 10.06.2026

Von: Anna Berchtenbreiter / Foto: iStock/Pavel_R

Programm: Schwache Institutionen - starke Akteure?

Institutionen wie internationale Organisationen, Parlamente oder die Justiz prägen politische Prozesse, sollen Vertrauen schaffen und Macht verteilen. Doch immer wieder werden sie von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter Druck gesetzt und verändert. Regeln werden neu definiert, umgangen oder ignoriert. Diese Phänomene lassen sich nicht nur innerhalb von Staaten, sondern auch in der internationalen Ordnung beobachten. Den Ursachen und Folgen dieser Entwicklungen geht die Tagung auf den Grund.

Politisierung der Justiz

Ob die Politisierung der Justiz der "Highway to Hell" ist, fragt Roland Lhotta von der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg. Was Gründe für den wachsenden politischen Druck auf die unabhängige Justiz und mögliche Gegenstrategien, um dem standzuhalten, sind, erklärt Silvia von Steinsdorff.

Internationale Beziehungen

Frank Gadinger von der Universität Erfurt analysiert, wie Putin und Selenskyj ihre Legitimitätsansprüche verkörpern. Über politische Agency in Kriegszeiten spricht Maren Hofius von der Universität Potsdam.

Illiberale Regierungspraktiken und demokratische Herausforderungen

Inwieweit illiberale Regierungspraktiken in der deutschen Bevölkerung akzeptiert sind, erklärt Nils Steiner von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Über die Etablierung und Professionalisierung von Rechtaußenparteien und der damit verbundenen Herausforderung für die repräsentative Demokratie spricht Anna-Sophie Heinze von der Leuphana Universität Lüneburg.

Imperien und Souveränität

Mit der Frage, wie Imperien handeln und welche Strukturen, Institutionen und Akteure dieses imperiale Dominanzstreben beeinflussen, befasst sich Eva Marlene Hausteiner von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Anna Meine von der Universität Münster beleuchtet die Herausforderungen für die Ordnung der Meere und der geht der Frage nach der Souveränität auf See nach.

Akademiegespräch am See: Grenzen der Diplomatie

Im Rahmen der Tagung beschäftigt sich das Akademiegespräch am See am Freitag, 3. Juli, um 19.30 Uhr mit den Grenzen der Diplomatie. Auf dem Podium diskutieren:

  • Heinrich Kreft (Botschafter a.D., Andrássy-Universität Budapest/ Istanbul Policy Center)
  • Sina-Maria Schweikle (Süddeutsche Zeitung)
  • Moderation: Antje Nötzold (Technische Universität Chemnitz/ Universität der Bundeswehr München)

Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist für Nicht-Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer frei. Eine Online-Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alle Infos zur Tagung "Schwache Institutionen - starke Akteure?"

Die Akademie für Politische Bildung lädt vom 3. bis 4. Juli zur Tagung "Schwache Institutionen - starke Akteure?" nach Tutzing am Starnberger See ein. Anmeldung und Programm sind online verfügbar. 

Journalistinnen und Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referentinnen und Referenten.

Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 105 Euro (ermäßigt 60 Euro). Berichterstatterinnen und Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unsere Pressereferentin Anna Berchtenbreiter (Tel. 08158/256-86, a.berchtenbreiter@apb-tutzing.de).

Die Akademie für Politische Bildung

Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.

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