Lebensgrundlage, Ressource und Konfliktfeld
Tagung zum Politikum Boden
Wie wird Land genutzt? Welche Gestaltungsspielräume gibt es bei der Bodenwende? Die Tagung "Politikum Boden: Handlungsoptionen für eine gerechte und gemeinwohlorientierte Landnutzung" der Akademie für Politische Bildung und der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum wirft vom 10. bis 12. Juni einen interdisziplinären Blick auf den Boden als Spiegel gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse.
Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 29.05.2026
Von: Kiara Mönius, Anna Berchtenbreiter / Foto: iStock/Thx4Stock
Der Boden ist mehr als nur Fläche – er ist Lebensgrundlage, Speicher, Ressource und Konfliktfeld zugleich. Die Fachtagung "Politikum Boden: Handlungsoptionen für eine gerechte und gemeinwohlorientiere Landnutzung“ der Akademie für Politische Bildung in Kooperation mit der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum bringt vom 10. bis 12. Juni Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um Konflikte, Herausforderungen und Gestaltungsspielräume einer gemeinwohlorientieren Bodenwende zu diskutieren. Im Zentrum stehen Fragen nach der Qualität und Regenerationsfähigkeit der Böden, nach Flächenverbrauch und Versiegelung, nach multifunktionalen Nutzungskonzepten sowie nach den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen einer gemeinwohlorientierten Bodenordnung. Außerdem wird beleuchtet, inwiefern Boden ein Spiegel gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse und Debatten ist. Ausgangspunkt der Tagung sind Ergebnisse und Thesen aus Projekten des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum (ALR). Ziel ist es, das Thema Boden als politisches Zukunftsfeld im öffentlichen Diskurs zu verankern und zur Formulierung konkreter Handlungsempfehlungen beizutragen.
Bedrohter Boden und Landnutzung
Die Autorin und Journalistin Tanja Busse hält zum Thema des bedrohten Bodens die Keynote. Über Landnutzung in Zeiten des Klimawandels sprechen Theresia Wintergerst von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und Klaus Fackler vom Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. Über die Frage einer resilienten und regenerativen Landnutzung diskutiert Günther Felßner, der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, mit Tanja Busse und Franz-Theo Gottwald, dem Vorstand der Renate Benthlin-Stiftung für Nutztierwohl, im Fishbowl-Format. Das Gespräch wird von Giulia Mennillo moderiert.
Nachhaltige Flächen- und Siedlungspolitik
Jennifer Gerend von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und Mario Tvrtkovic von der Hochschule Coburg thematisieren die Initiativgruppe Bauturbo und Flächenfraß. Wie Regionalplanung weitere Versiegelung verhindern kann, erklärt Ricarda Pätzold vom Deutschen Institut für Urbanistik.
Multifunktionale Nutzung und transformative Perspektiven
Christoph Schulte vom Umweltbundesamt analysiert das Gemeingut Boden als multifunktional und hochbegehrt. Die Entwicklungen auf den landwirtschaftlichen Bodenmärkten geht Andreas Tietz vom Johann Heinrich von Thüne-Institut / Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei auf den Grund. Die Bedingungen und Hemmnisse von Transformationsprozessen beleuchten Martin Schneider und Wolfang Ewald.
Vergesellschaftung und Politisierung
Isabel Feichtner von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg setzt sich mit dem Boden als Gemeingut auseinander. Jennifer Gerend und Simon Dudek von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sprechen über regionales Verantwortungsbewusstsein. Im Anschluss debattiert Manfred Miosga von der Universität Bayreuth mit Andreas Horsche, Bürgermeister von Furth bei Landshut und Stefanie Lang, der Bürgermeisterin von Taching am See über die regionale und kommunale Bodenwende.
Alle Infos zur Tagung "Politikum Boden: Handlungsoptionen für eine gerechte und gemeinwohlorientierte Landnutzung"
Die Akademie für Politische Bildung lädt vom 10. bis 12. Juni zur Tagung "Politikum Boden: Handlungsoptionen für eine gerechte und gemeinwohlorientierte Landnutzung" nach Tutzing am Starnberger See ein. Anmeldung und Programm sind online verfügbar.
Journalistinnen und Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referentinnen und Referenten.
Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 170 Euro (ermäßigt 95 Euro). Berichterstatterinnen und Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unsere Pressereferentin Anna Berchtenbreiter (Tel. 08158/256-86, a.berchtenbreiter@apb-tutzing.de).
Die Akademie für Politische Bildung
Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.
