Inklusive Gesellschaft?!
Tagung zur inklusiven politischen Bildung
Während das Leitbild einer inklusiven Gesellschaft lange Zeit breite Zustimmung fand, gibt es heute eher eine rückläufige Akzeptanz von Vielfalt. Die Akademie für Politische Bildung und die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft e.V. widmen sich dieser Entwicklung auf der Tagung "Inklusive Gesellschaft?! Sozialwissenschaftliche Perspektiven und Bildungspraxis" vom 11. bis 12. Mai.
Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 06.05.2026
Von: Anna Berchtenbreiter / Foto: iStock/cienpies
Mit der Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK, 2006) hat sich die Bundesrepublik Deutschland dazu verpflichtet, "ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen" (Art. 24 (1) UN-BRK) zu verwirklichen. Auch die politische Bildung steht seither in besonderer Verantwortung, von Ausgrenzung betroffene Menschen vermehrt einzubeziehen. Während das Leitbild einer inklusiven Gesellschaft lange Zeit breite Zustimmung fand, werden inklusive Bestrebungen inzwischen (wieder) zunehmend infrage gestellt. Das macht deutlich, dass Inklusion nicht nur bildungspolitisch, sondern gesamtgesellschaftlich unter Druck geraten ist. Die Tagung "Inklusive Gesellschaft?! Sozialwissenschaftliche Perspektiven und Bildungspraxis" der Akademie für Politische Bildung in Kooperation der Sektion Politikwissenschaft und Politische Bildung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft e.V. setzt daher am 11. und 12. Mai den Fokus auf konzeptionelle Ansätze inklusiver politischer Bildung, ihre pädagogischen und didaktischen Grundlagen, ihre Wirksamkeit sowie die Bedingungen und Grenzen ihrer Weiterentwicklung.
Inklusion und politische Bildung
Mai-Anh Boger von der Universität Koblenz spricht über Inklusion unter Druck, mit dem Fokus auf Verschiebungen und Selbstkritiken. Katharina Hiller von der Universität Augsburg hält einen Vortrag über "Inklusion und epistemische Ungerechtigkeit - Implikationen für die politische Bildung". Einen Einblick in die inklusive und barrierearme politische Bildung der Evangelischen Akademien geben Mark Medebach von Evangelischen Akademien Deutschland e.V. und Sabine Zubarik von der Evangelischen Akademie Thüringen. Rawan Tahboub von der Friedrich-Schiller-Universität Jena präsentiert das Projekt Virtu-Peace. Christine Engartner, Torben Henze und Nikola Pünt von der Georg-August-Universität Göttingen diskutieren in ihrem Vortrag die Rolle der Sprachbildung als Fundament in inklusiver politischer Bildung. Wie Inklusion intersektional gedacht werden kann, erklärt Aysun Dogmus von der Technischen Universität Berlin. Sven Basendowski, Sandra Eichstädt und Gudrun Heinrich von der Universität Rostock sprechen über die theoretischen Grundlagen der Zugänglichkeit.
Workshops
In vier Workshops werden außerdem folgende Themen bearbeitet:
- Inklusive Forschungspraxis im Living Lab als Probierstein für eine spielbare Stadt
- Ableismus und politische Bildung
- Anerkennung als Ermöglichungsbedingung
- Rostock Lichtenhagen 1992 – Glokal und inklusiv. Die Arbeit mit einer Graphic Novel
Baustelle Inklusion
Über die Probleme und Mängel in der Inklusion diskutieren auf dem Podium:
- Nina Goretzko (Freie Universität Berlin)
- Stephan Heym (Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen e.V.)
- Andreas Janka (Ludwig-Maximilians-Universität München)
- Moderation: Tina Hölzel-Chokharash (Technische Universität Dresden)
Alle Infos zur Tagung "Inklusive Gesellschaft?!"
Die Akademie für Politische Bildung lädt vom 11. bis 12. Mai zur Tagung "Inklusive Gesellschaft?! Sozialwissenschaftliche Perspektiven und Bildungspraxis" nach Tutzing am Starnberger See ein. Anmeldung und Programm sind online verfügbar.
Journalistinnen und Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referentinnen und Referenten.
Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 105 Euro (ermäßigt 60 Euro). Berichterstatterinnen und Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unsere Pressereferentin Anna Berchtenbreiter (Tel. 08158/256-86, a.berchtenbreiter@apb-tutzing.de).
Die Akademie für Politische Bildung
Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.
