Kulturelle Brücken in Europa
Ausstellung über den Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945
Die Ausstellung "Kulturelle Brücken in Europa" des Adalbert Stifter Vereins beschäftigt sich mit dem Adel in Böhmen und Mähren nach 1945. Im Zuge einer Finissage wird am 8. Mai außerdem über das Thema "Adel und Europa - Kulturelle Brücken, politische Konzepte und das Erbe transnationaler Eliten" diskutiert. Die Ausstellung ist bis zum 19. Mai 2026 kostenfrei an der Akademie für Politische Bildung zu sehen.
Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 23.03.2026
Von: Anna Berchtenbreiter / Foto: Privatarchiv Familie Richard Belcredi
Programm: Kultur am See: Adel und Europa: Kulturelle Brücken und politische Konzepte
Als Adlige aus Böhmen und Mähren nach 1945 Brücken über politische, nationale und gesellschaftliche Grenzen hinweg schlugen, stützte sich ihr Engagement auf Kultur, Menschlichkeit und christlichen Glauben. Durch familiäre Verbindungen, europäische Netzwerke und ein starkes Verantwortungsgefühl trugen sie wesentlich zur politischen Wende von 1989 bei. Zuvor hatte das 20. Jahrhundert dem Adel in den böhmischen Ländern einen massiven Rollenverlust gebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden jene, die als Deutsche galten, enteignet und vertrieben. Viele Adlige, die sich als Tschechen verstanden, flohen nach dem kommunistischen Umsturz von 1948 ins Exil und mussten im Ausland neue Existenzen aufbauen. Dennoch blieb der Kontakt zur Heimat bestehen: Sie leisteten materielle Hilfe, organisierten offizielle und geheime Kommunikationswege, gründeten Hilfswerke und hielten über westliche Medien das Bewusstsein für die gemeinsamen kulturellen Wurzeln in Mitteleuropa wach. Die Ausstellung porträtiert Persönlichkeiten wie Richard Belcredi, Johanna von Herzogenberg, Ferdinand Kinsky, Nikolaus Lobkowicz, Karl Schwarzenberg, Mitglieder der Familie Waldstein-Wartenberg sowie Franz Josef II. von und zu Liechtenstein. Sie macht einen oft im Verborgenen gebliebenen Beitrag sichtbar, der heute als wichtiger Bestandteil mitteleuropäischer Zeitgeschichte gilt. Zugleich erinnert sie daran, dass Mitteleuropa besonders dann stabil war, wenn Menschen über Grenzen hinweg dachten, Verantwortung übernahmen und transnationale Netzwerke pflegten.
Alle Infos zur Ausstellung und Finissage
Die Akademie für Politische Bildung lädt am Freitag, 8. Mai ab 19.30 Uhr zum Abendgespräch "Adel und Europa: Kulturelle Brücken, politische Konzepte und das Erbe transnationaler Eliten" und zur Finissage der Ausstellung "Kulturelle Brücken in Europa. Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945" des Adalbert Stifter Vereins nach Tutzing am Starnberger See ein. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen sind online verfügbar.
Die Ausstellung ist bis zum 19. Mai 2026 im Foyer des Auditoriums der Akademie für Politische Bildung zu sehen, Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 14 Uhr. In der Ferienzeit kann es zu verkürzten Öffnungszeiten kommen. Der Eintritt ist frei.
Die Akademie für Politische Bildung
Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.
