Bedrohte Justiz
Politisierung als Gefahr für den Rechtsstaat
Die Unabhängigkeit der Justiz gerät in vielen Ländern zunehmen unter Druck. Diese Entwicklung wirft grundlegende Fragen nach der Rolle, Funktionsfähigkeit und Widerstandskraft einer unabhängigen Justiz auf. Zu diesen Themen diskutieren Fachleute im Rahmen der Tagung "Bedrohte Justiz" vom 6. bis 7. März an der Akademie für Politische Bildung in Kooperation mit dem Verfassungsblog.
Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 10.02.2026
Von: Anna Berchtenbreiter / Foto: iStock/Frank Wagner
Programm: Akademiegespräch am See: Politisierte Justiz und autoritäre Bedrohung
Zunehmend versuchen politische Akteure, die Unabhängigkeit der Justiz durch Kampagnen, die auf ihre Delegitimierung zielen, durch institutionelle Blockaden und strategische Justizreformen zu untergraben. Um diesen Trend genauer zu verstehen, lädt die Akademie für Politische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Verfassungsblog zur Tagung "Bedrohte Justiz: Politisierungsstrategien als Gefahr für den demokratischen Rechtsstaat" vom 6. bis 7. März ein. Gemeinsam sollen aktuelle Gefährdungsszenarien analysiert und Gegenstrategien und Reformansätze zur Stärkung der Resilienz von Gerichten und Verfassungsinstitutionen diskutiert werden.
Grundlagen der unabhängigen Justiz
Tine Stein von der Georg-August-Universität Göttingen, stellt die Bürgerschaft als vierte Gewalt in der resilienten Demokratie vor. Über die Politisierung der Justiz als Gefahr für die Demokratie diskutieren Anne Sanders, die sich an der Universität Bielefeld unter anderem der Justizforschung widmet, und Fabian Wittreck Verfassungsrechtler an der Universität Münster.
Verwundbarkeiten der Justiz
Philipp Köker von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Mariana Llanos, Demokratieforscherin an der Universität Erfurt, und Daniel Wolff, Staatsrechtler an der Universität Greifswald, stellen internationale Perspektiven auf die Justiz im Spannungsfeld von Delegitimierung und exekutivem Ungehorsam vor. Annette Ramelsberger, Gerichtsreporterin der Süddeutschen Zeitung, berichtet über das Spannungsverhältnis zwischen Justiz und Medien.
Gegenstrategien und Reformansätze zur Stärkung der Justiz
Einblicke in aktuelle Forschungsberichte über die Widerstandsfähigkeit der Justiz bieten die Demokratieforscherin Silvia von Steinsdorff von der Humboldt-Universität zu Berlin, Maria Skóra vom Institut für Europäische Politik und Friedrich Zillessen, Projektleiter beim Verfassungsblog. Über Möglichkeiten, die Resilienz der Verfassungsgerichte zu stärken, und Erfahrungen aus dem deutschen Bundesstaat diskutieren Anna-Mira Brandau vom Verfassungsblog und der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Michael Eichberger
Akademiegespräch am See: Politisierte Justiz und autoritäre Bedrohung
Im Rahmen der Tagung beschäftigt sich das Akademiegespräch am See am Freitag, 6. März, um 19.30 Uhr mit dem Zusammenhang zwischen der Politisierung der Justiz und der autoritären Bedrohung. Auf dem Podium diskutieren:
- Philip Manow (Universität Siegen)
- Maximilian Steinbeis (Verfassungsblog)
- Moderation: Ursula Münch (Akademie für Politische Bildung)
Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist für Nicht-Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer kostenlos. Eine Online-Anmeldung ist erforderlich.
Alle Infos zur Tagung "Bedrohte Justiz - Politisierungsstrategien als Gefahr für den demokratischen Rechtsstaat"
Die Akademie für Politische Bildung lädt vom 6. bis 7. März zur Tagung "Bedrohte Justiz - Politisierungsstrategien als Gefahr für den demokratischen Rechtsstaat" nach Tutzing am Starnberger See ein. Anmeldung und Programm sind online verfügbar.
Journalistinnen und Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referentinnen und Referenten.
Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 105 Euro (ermäßigt 60 Euro). Berichterstatterinnen und Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unsere Pressereferentin Anna Berchtenbreiter (Tel. 08158/256-86, a.berchtenbreiter@apb-tutzing.de).
Die Akademie für Politische Bildung
Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.
