Heldenhaft?!
Tagung zur Ambivalenz des Heroischen
Demokratien stehen dem Heroischen ambivalent gegenüber: Es widerspricht scheinbar dem Gleichheitsideal. Heldinnen und Helden bleiben aber als moralische Vorbilder in Krisenzeiten unverzichtbar. Mit dieser Spannung beschäftigt sich die Tagung "Heldenhaft?! - Zur Ambivalenz des Heroischen" der Akademie für Politische Bildung in Kooperation mit der Universität Passau und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 05.02.2026
Von: Anna Berchtenbreiter / Foto: iStock/Andrei Apoev
Demokratische Systeme stehen in einem Spannungsverhältnis zum Heroischen. Einerseits hegen sie Skepsis gegenüber Ausnahmegestalten, da die Orientierung an ihnen schwer mit dem Wert der Gleichheit vereinbar zu sein scheint. Zudem war Heldentum historisch häufig mit problematischen Vorstellungen von Männlichkeit, Nationalismus, Kriegs- und Opferkult verbunden. Zugleich scheinen Demokratien auf Vorbilder angewiesen zu bleiben, die moralische Werte und Tugenden nicht nur abstrakt vertreten, sondern verkörpern und gerade in Krisen Außergewöhnliches leisten. Wer wird also gegenwärtig in welchen Kontexten als Held oder Heldin verehrt, und wie sind diese Formen der Heroisierung zu bewerten? Und welche Spielarten des Heldentums sollten heute kultiviert werden - und von welchen müssen wir uns verabschieden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich vom 13. bis 15. März die Tagung "Heldenhaft?! - Zur Ambivalenz des Heroischen" der Akademie für Politische Bildung in Kooperation mit der Universität Passau und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Heroische Menschen oder Heldinnen des Alltags?
Dieter Thomä von der Universität St. Gallen diskutiert, warum Demokratien Helden brauchen. Über die affektive Produktion des Heroischen referiert Veronika Zink von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ute Frevert vom Max-Plank-Institut für Bildungsforschung zeichnet die Entwicklung vom heroischen Menschen zum Helden des Alltags nach. Mareen von Marwyck von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel beschreibt heroisierende und postheroische Tendenzen in der Gegenwartsliteratur und analysiert Ferdinand von Schirachs "Terror". Über moralische Bildung durch Vorbilder referiert Kathrina Naumann von der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg.
Vertiefung durch Workshops
In drei interaktiven Workshops wird das Thema zusätzlich vertieft. Gottfried Schweiger von der Paris Lodron Universität Salzburg leitet einen Workshop zur moralischen Legitimität von Held:innen im Kino des 21. Jahrhunderts. Stefan Matern und Sascha Ruppert-Karakas von der Ludwig-Maximilians-Universität München regen zur Diskussion über Männlichkeit und Heldentum in der Neuen Rechten an. Im Workshop von Anja Berninger, freischaffende Philosophin und Schreibdidaktikerin, wird gefragt, wie wir uns an die Vergangenheit erinnern wollen.
Alle Infos zur Tagung "Heldenhaft?! - Zur Ambivalenz des Heroischen"
Die Akademie für Politische Bildung lädt vom 13. bis 15. März zur Tagung "Heldenhaft?! - Zur Ambivalenz des Heroischen" nach Tutzing am Starnberger See ein. Anmeldung und Programm sind online verfügbar .
Journalistinnen und Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referentinnen und Referenten.
Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 170 Euro (ermäßigt 95 Euro). Berichterstatterinnen und Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unsere Pressereferentin Anna Berchtenbreiter (Tel. 08158/256-86, a.berchtenbreiter@apb-tutzing.de).
Die Akademie für Politische Bildung
Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.
