Alternativlosigkeit, alternative Fakten und Wissenschaft

Tagung zu Veränderungen der politischen Kultur

Die Entscheidungen von Politikerinnen und Politikern sind immer häufiger "alternativlos", während manche Bürgerinnen und Bürger lieber an "alternative Fakten" glauben und der Wissenschaft genauso wenig trauen wie der Politik. Die Tagung "Von TINA, 'alternative facts' und Wissenschaft" in der Akademie für Politische Bildung thematisiert diese kritischen Entwicklungen in Demokratien am 10. und 11. Februar.


Tutzing / Einladung / Online seit: 25.01.2023

Von: Beate Winterer / Foto: iStock/BeritK

# Gesellschaftlicher Wandel, Bildung und Wissenschaft

Programm: Von TINA, "alternative facts" und Wissenschaft

Online-Anmeldung

Die politischen Kulturen in Demokratien verändern sich. In Diskursen werden seit einigen Jahren der Imperativ der Alternativlosigkeit (TINA: There Is No Alternative) und "alternative Fakten" bedient. Die Corona-Pandemie hat beide Trends verstärkt und einen weiteren hervorgebracht: den Wissenschaftsdiskurs, also die Frage nach der Bedeutung von Expertenwissen. Das Verhältnis zwischen Wissenschaft, einer mit Wissenschaft begründeten Alternativlosigkeit politischer Entscheidungen und alternativen Wahrheiten in einer als postfaktisch verstandenen Politik wird derzeit neu austariert. Dabei zeichnet sich ein doppeltes Risiko ab: die Instrumentalisierung der Wissenschaft durch die Politik und die tendenzielle Verlagerung von Entscheidungen an Fachleute aus der Wissenschaft. Für die Politik bedeutete dies einen weiteren Essenzverlust, für die Wissenschaft die Gefahr der Politisierung. Diese kritischen Entwicklungen beleuchten die Akademie für Politische Bildung und der Arbeitskreis "Politik und Kultur" der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) e.V. im Rahmen der Tagung "Von TINA, 'alternative facts' und Wissenschaft".

Alternative Fakten und letzte Wahrheiten

Was sind Tatsachen, was Streitsachen? Was ist Evidenz, was Risiko? Hagen Schölzel von der Universität Erfurt spricht über politische Orientierungen in der Corona-Diskussion. Die Polarisierung von Expertinnen und Experten während der Pandemie ist das Thema von Jörn Knobloch von der Universität Leipzig. Wie der Umgang mit kontroversen Gesundheitsthemen gelingt, erklärt Thomas Heintz vom Karlsruher Institut für Technologie. Mit Gemeinsamkeiten zwischen Reichsbürgern, Querdenkern, Extinction Rebellion und der Letzten Generation beschäftigt sich Hans J. Lietzmann von der Bergischen Universität Wuppertal. Sein Vortrag sucht Antworten auf die Frage "Steuern wir in eine Protestkultur letzter Wahrheiten?"

Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik

Verschiedene Wirklichkeitsangebote und die Frage, ob die Welt rund oder flach ist, sind das Thema von Zanan Akin von der FernUniversität Hagen. Julia Simon von der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg spricht über den Weg von "alternativen Fakten" zu "alternativen Experten" zu "alternativen Wissensformen" und die Verschiebungen in der Legitimationsbasis politischer Prozesse und Institutionen in den USA. Katharina Liesenberg von der Technischen Universität Darmstadt wirft einen pragmatischen Blick auf das Verhältnis von Wissen und Politik. Und ob transformative Wissenschaft auch demokratische Wissenschaft ist, fragt Jan-Peter Voß von der RWTH Aachen.

Alle Infos zur Tagung "Von TINA, 'alternative facts' und Wissenschaft"

Wir laden Sie am 10. und 11. Februar in die Akademie für Politische Bildung am Starnberger See ein, und bitten Sie, die Tagung "Von TINA, 'alternative facts' und Wissenschaft" anzukündigen. Anmeldung und komplettes Programm finden Sie hier. Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 85 Euro (ermäßigt 50 Euro).


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