Die Erfassung der Welt und die Vermessung des Wissens

Tagung zur Kolonialgeschichte

Wissenschaft und Kolonialismus sind im 19. Jahrhundert eng verknüpft. Wie Expeditionen um die Welt zur kolonialen Wissenskultur beitrugen und mit welchen Krisen und Kriegen die Kolonialmächte, allen voran Großbritannien, kämpften, ist Thema der Tagung "Die Erfassung der Welt und die Vermessung des Wissens" der Akademie für Politische Bildung und der Philipps-Universität Marburg vom 17. bis 19. Juni.


Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 07.06.2022

Von: Beate Winterer / Foto: Wikimedia Commons/Allegoria sull'impero Inglese by Augusto Grossi, 1878

Programm: Die Erfassung der Welt und die Vermessung des Wissens

Berichte von Reisen und Expeditionen im 19. Jahrhundert brachten neue wissenschaftliche Erkenntnisse nach Europa. Charles Darwins Beobachtungen auf der Reise mit der HMS Beagle legten beispielsweise den Grundstein für seine Evolutionstheorie. Jedoch hängt die Erkundung der Welt eng mit dem Kolonialismus zusammen. Expeditionen in Naturwissenschaften, Anthropologie, Ethnologie und Geographie waren in die kolonialen Kontexte eingebunden und trugen zu einer kolonialen Wissenskultur bei. Die Tagung "Die Erfassung der Welt und die Vermessung des Wissens" der Akademie für Politische Bildung und der Philipps-Universität Marburg beschäftigt sich mit diesen Erkundungen und mit den imperialen Krisen und Kriegen des 19. Jahrhunderts.

Großbritannien im langen 19. Jahrhundert: Krisen einer Weltmacht

Ende des 19. Jahrhunderts herrschte Großbritannien über ein weltumspannendes Reich, in dem die Sonne niemals unterging. Historiker sprechen deshalb auch vom "imperialen Jahrhundert" der Briten. Dennoch durchlebte das British Empire in dieser Zeit Krisen. In Zentralasien kämpften Briten und Russen Jahrzehnte erbittert um die Vorherrschaft. Über "The Great Game", wie der Konflikt genannt wird, sprechen Jonas Arnold und Jonathan Icks von der Philipps-Universität Marburg. Die irische Hungersnot ist das Thema ihrer Kolleginnen Valentina Becker und Alicia Wagner. Katharina Janssen und Mirijam Löffler, ebenfalls von der Philipps-Universität Marburg, beschäftigen sich mit der Krise der britischen Monarchie. Und Christof Mauch von der Ludwig-Maximilians-Universität München thematisiert globale Umweltkrisen.

Die Erkundung der Welt

Die Geschichte der Wissenschaft und die des Kolonialismus wurden lange Zeit getrennt voneinander betrachtet. Doch Eroberung und Erkundung der Welt gingen im 19. Jahrhundert einher. Im Rahmen der Tagung werden folgende Expeditionen und deren Beiträge zur Wissenschaft porträtiert:

  • Die Lewis und Clark Expedition (Jan Battenberg, Philipps-Universität Marburg)
  • David Livingstone im Herzen Afrikas (Alexander Bachmann, Philipps-Universität Marburg)
  • Charles Darwins Reise auf der HMS Beagle (Celina Brenne, Philipps-Universität Marburg)
  • Ferdinand von Richthofen in China (Nico Will, Philipps-Universität Marburg)
  • Die Gebrüder Schlagintweit in Indien (Felix Schumann, Philipps-Universität Marburg)
  • Gertrude Bell in Arabien (Nora Krause, Philipps-Universität Marburg)

Alle Infos zur Tagung "Die Erfassung der Welt und die Vermessung des Wissens"

Wir laden Sie vom 17. bis 19. Juni in die Akademie für Politische Bildung am Starnberger See ein und bitten Sie, die Tagung anzukündigen. Anmeldung und komplettes Programm finden Sie hier.

Journalistinnen und Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referentinnen und Referenten.

Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 140 Euro (ermäßigt 80 Euro). Berichterstatterinnen und Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unser Pressereferat (Tel. 08158/256-86, b.winterer@apb-tutzing.de).

Die Akademie für Politische Bildung

Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.


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