Der Russland-Ukraine-Krieg in den Medien

Tagung zu freier Presse und Staatsfunk in Osteuropa

Der Russland-Ukraine-Krieg ist nicht nur eine militärische Auseinandersetzung, sondern auch eine Propagandaschlacht. Wie gelingt dennoch eine unabhängige Berichterstattung? Und wie arbeiten Medien in anderen postsozialistischer Staaten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich vom 1. bis 3. April die Tagung "Zwischen freier Presse und Staatsfunk" der Akademie für Politische Bildung und AMUROST e.V.


Tutzing / Einladung / Online seit: 15.03.2022

Von: Beate Winterer / Foto: iStock/wjarek

# Medien, Osteuropa und Russland

Programm: Zwischen freier Presse und Staatsfunk

Ausländische Journalistinnen und Journalisten verlassen Moskau, YouTube sperrt russische Desinformationskanäle und auf Social Media tobt eine Propagandaschlacht: Der Krieg in der Ukraine wird nicht nur mit Raketen und Panzern, sondern auch in den Medien ausgetragen. Wie lassen sich in der aktuellen Situation Nachrichten prüfen? Welche Fotos und Videos sind zur Verbreitung geeignet? Und wie gelingt unabhängiger Journalismus aus der Region und über die Region? In der Tagung "Zwischen freier Presse und Staatsfunk" nehmen die Akademie für Politische Bildung und AMUROST e.V. Mediensysteme im postsozialistischen Raum in den Blick - unter besonderer Berücksichtigung der Berichterstattung rund um die russische Aggression gegen die Ukraine.

Vorträge und Workshops zur Rolle der Medien im Russland-Ukraine-Krieg

Wie russische Desinformationskampagnen sich von der Sowjetzeit bis heute entwickelt haben, erklärt der Journalist und Geheimdienstexperte Christoph Nehring. Elizaveta Gaufman von der University of Groningen spricht über die Rolle russischer Social-Media-Plattformen während der Aggression gegen die Ukraine. Warum Faktenchecks im Krieg entscheidend sind und wie jede Tagungsteilnehmerin und jeder Tagungsteilnehmer dazu beitragen kann, dass sich Fake News und ethisch bedenkliche Bilder nicht verbreiten, zeigt Ariane Dreisbach vom Bayerischen Rundfunk in einem Workshop. Im zweiten Workshop beschäftigt sich die Tagungsgruppe gemeinsam mit Gesine Dornblueth, ehemalige Auslandskorrespondentin des Deutschlandradios in Moskau, mit der Frage, wie unabhängige Berichterstattung aus und über Osteuropa in der aktuellen Situation möglich ist.

Medien und Journalismus in Ungarn, Belarus und Zentralasien

Marc Stegherr von der Ludwig-Maximilians-Universität gibt einen Überblickt, wie sich die Mediensysteme verschiedener postsozialistischer Staaten von 1990 bis heute entwickelt haben. Till Rüger, ehemaliger ARD-Fernsehkorrespondent für Österreich und Südosteuropa, berichtet unter dem Titel "Das Ende der Ära Orbán?" über den ungarischen Wahlkampf in den Medien. Die FAZ-Journalistin Othmara Glas erklärt, wie Autokraten in Zentralasien die Mediensysteme nutzen, um Scheinwelten zu schaffen und einen Kult um ihre eigene Person aufzubauen. Und Ljubou Kaspjarowitsch, ehemalige Mitarbeiterin des belarussischen Online-Mediums TUT.BY, berichtet, wie sie ihre Kritik an Präsident Alexander Lukaschenko erst im Gefängnis und später ins Exil gebracht hat.

Alle Infos zur Tagung "Zwischen freier Presse und Staatsfunk"

Wir laden Sie vom 1. bis 3. April in die Akademie für Politische Bildung am Starnberger See ein und bitten Sie, die Tagung anzukündigen. Anmeldung und komplettes Programm finden Sie hier. Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 140 Euro (ermäßigt 80 Euro).


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