Hans Maier feiert seinen 90. Geburtstag

Wir gratulieren unserem langjährigen Kuratoriumsvorsitzenden

Professor Dr. Hans Maier ist an der Akademie für Politische Bildung nicht nur als bemerkenswerter Wissenschaftler und langjähriger Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus hochgeschätzt. Ganze 49 Jahre war er Mitglied des Kuratoriums der Akademie, 25 davon als Vorsitzender. Direktorin Ursula Münch und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gratulieren dem Universalgelehrten zum 90. Geburtstag.


Tutzing / Aus der Akademie / Online seit: 16.06.2021

Von: Prof. Dr. Ursula Münch, Beate Winterer / Foto: APB Tutzing

"Die Fähigkeiten von Professor Hans Maier halte ich für einmalig: Sein breites und tiefes Wissen in ganz unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten - von der Philosophie über die Geschichte, zur Theologie und Musik - beeindruckt nicht nur bei seinen wissenschaftlichen Vorträgen oder der Lektüre seines Werks. Für mich ist er der einzige Mensch, dem es gelingt, dass man nach einer gemeinsamen Fahrt im Auto aussteigt und weiß: Gerade wurden mir - auf ausgesprochen freundliche und zugewandte Weise - neue Wissenswelten und bislang unbekannte Zusammenhänge erschlossen", sagt Professorin Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung. Am 18. Juni feiert der Universalgelehrte Hans Maier seinen 90. Geburtstag und die Akademie für Politische Bildung gratuliert ihm herzlich.

49 Jahre im Kuratorium der Akademie

In seinem Leben hat er sich in vielen Ämtern und an vielen Stellen verdient gemacht: unter anderem 19 Jahre als Hochschulprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1962 - 1970, 1988 - 1999), 16 Jahre als bayerischer Kultusminister (1970 - 1986) und zwölf Jahre als Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (1976 - 1988). Kaum irgendwo verblieb Hans Maier aber so lang wie im Kuratorium der Akademie für Politische Bildung: 1964 wurde er in Nachfolge seines akademischen Lehrers Professor Dr. Arnold Bergstraessers berufen und war 49 Jahre Mitglied des Gremiums. Er ist damit - neben Dr. Wilhelm Ebert (1923-2017) - das einzige Kuratoriumsmitglied, das mit allen drei Akademiedirektoren Dr. Felix Messerschmid, Professor Dr. Manfred Hättich und Professor Dr. Heinrich Oberreuter sowie der aktuellen Direktorin Professorin Dr. Ursula Münch zusammengearbeitet hat.

In der zweiten Hälfte seiner Amtszeit engagierte sich Hans Maier als Vorsitzender des Kuratoriums. Der aktuelle Vorsitzende des Gremiums, Dr. Friedrich Wilhelm Rothenpieler, würdigte bei Maiers Verabschiedung dessen "umsichtige Leitung eines gegensätzlich zusammengesetzten Gremiums zum Wohl der Akademie". Hans Maier setzte sich unter anderem nachdrücklich und erfolgreich für die Akademie ein, als ihr Etat einst so weit gekürzt werden sollte, dass der Seminarbetrieb kaum noch möglich gewesen wäre. Als Bildungsexperte lag ihm die professionelle Ausbildung von Lehrkräften an der Akademie am Herzen. "Selbst eine Institution wie die Akademie mit gesetzlich verankertem Status als Anstalt des öffentlichen Rechts und solider finanzieller Ausstattung musste in ihrer bald 65-jährigen Geschichte die eine oder andere Krise überstehen. Und da war es für alle Akademiedirektoren eine Beruhigung und Stütze, Professor Hans Maier an der Seite zu wissen: Einen klugen und besonnenen Ratgeber, der neben seinem wohl einmaligen wissenschaftlichen Profil auch die Praxis von Politik und Verwaltung aus eigener Erfahrung bestens kennt und dem es immer wieder gelang, diese unterschiedlichen Sphären zum Wohl der Akademie zusammenzuspannen", sagt Münch.

Vorbild in der Bildungspolitik

Hans Maier hat sich in seiner langen Karriere aber nicht nur um die politische Bildung verdient gemacht. Als Kultusminister gelang es ihm, das Bildungssystem mit großer Umsicht den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Zu seinen Zielen gehörte, dass die Grundqualität des öffentlichen Schulwesens nicht schlechter werden dürfe als die des privaten. Mit seiner lebenspraktischen Orientierung und dem politischen Gestaltungswillen überraschte der Quereinsteiger aus der Wissenschaft seine Kabinettskolleginnen und Kabinettskollegen - und geriet immer wieder mit Ministerpräsident Franz Josef Strauß aneinander.

Sein "langer Ausflug in die Politik", wie er die 16 Jahre als Staatsminister selbst bezeichnet, endete, nachdem Strauß 1986 das Kultusministerium in ein Ministerium für Unterricht und Kultus und eines für Wissenschaft und Kunst teilte, um den allzu eigenständigen Hans Maier zu beschneiden. Der lehnte diese Halbierung ab und widmete sich stattdessen anschließend als Inhaber des Guardini-Lehrstuhls für christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der LMU wieder der Wissenschaft.


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