Missbrauchte Heimat

Online-Tagung zur Volkskultur im "Dritten Reich"

Die Nationalsozialisten haben den Heimatbegriff nachhaltig verunglimpft. Bis heute wagen es Demokraten kaum, sich vorbehaltlos mit dem Thema zu befassen. Es Populisten zu überlassen, ist jedoch falsch. Die Online-Tagung "Missbrauchte Heimat" der Akademie für Politische Bildung und des Bezirksheimatpflegers von Oberbayern beschäftigt sich am 6. Mai 2021 mit Heimat vom "Dritten Reich" bis heute.


Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 22.04.2021

Von: Beate Winterer / Foto: Wikimedia Commons/Filmplakat Sound of Heimat - Deutschland singt

Programm: Missbrauchte Heimat

Nationalsozialistische Weihnacht im Zeichen der Volksgemeinschaft: Plätzchen-Ausstecher in Hakenkreuz-Form, eine Nazi-Kanzel in der Kirche, Volksbekenntnisse statt Glaubensbekenntnis und Sieg-Heil-Rufe zum Abschluss der Christmette. Die Nazis haben nicht nur in der Weihnachtszeit aktiv Volkskunde betrieben. Kunst, Volkslieder und Heimatfilme waren geprägt von völkischem Gedankengut und Rassenlehre. Die Propaganda hat den Heimatbegriff intensiv missbraucht. Bis heute fällt es Demokraten schwer, sich vorbehaltlos mit Heimat zu beschäftigen. Die Online-Tagung "Missbrauchte Heimat" der Akademie für Politische Bildung und des Bezirksheimatpflegers von Oberbayern, Norbert Göttler, geht der Diskreditierung des Begriffs nach.

Heimat-Propaganda vom "Dritten Reich" bis heute

Über Heimat-Propaganda im "Dritten Reich" sowie in der Sowjetische Besatzungszone und der späteren DDR spricht Thomas Schaarschmidt vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung. Ingo Schneider von der Universität Innsbruck beschäftigt sich mit der Volkskunde am Beispiel Österreich. Volksmusik und Heimatfilm sind die Themen von Tobias Grill vom Katholischen Kreisbildungswerk Mühldorf am Inn e.V. und dem Autor und Kulturkritiker Georg Seeßlen.

Wie die Neue Rechte und die Identitäre Bewegung die Heimat bis heute zur Verbreitung ihres Gedankenguts missbrauchen, erklären Sebastian Enghofer von der Universität Regensburg und Haldor Hron von der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus.

Alle Infos zur Online-Tagung "Missbrauchte Heimat"

Wir laden Sie am 6. Mai ein, an der Online-Tagung "Missbrauchte Heimat" über die Videokonferenzplattform Zoom teilzunehmen und bitten Sie, die Veranstaltung anzukündigen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung und komplettes Programm finden Sie hier. Den Zugangslink zur Veranstaltung erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer per E-Mail.

Die Akademie für Politische Bildung

Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.


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