Missbrauchte Heimat

Tagung zur Volkskultur im "Dritten Reich" - Abgesagt

Die Nationalsozialisten haben den Heimatbegriff nachhaltig verunglimpft. Bis heute wagen es Demokraten kaum, sich vorbehaltlos mit dem Thema zu befassen. Es den Populisten zu überlassen, ist jedoch falsch. Die Tagung "Missbrauchte Heimat" der Akademie für Politische Bildung und des Bezirksheimatpflegers von Oberbayern beschäftigt sich deshalb am 5. November mit Heimat vom "Dritten Reich" bis heute.


Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 22.10.2020

Von: Beate Winterer / Foto: Wikimedia Commons/Filmplakat Sound of Heimat - Deutschland singt

Nationalsozialistische Weihnacht im Zeichen der Volksgemeinschaft: Plätzchen-Ausstecher in Hakenkreuz-Form, eine Nazi-Kanzel in der Kirche, Volksbekenntnisse statt Glaubensbekenntnis und Sieg-Heil-Rufe zum Abschluss der Christmette. Die Nazis haben nicht nur in der Weihnachtszeit aktiv Volkskunde betrieben. Kunst, Volkslieder und Heimatfilme waren geprägt von völkischem Gedankengut und Rassenlehre. Die Propaganda hat den Heimatbegriff intensiv missbraucht. Bis heute fällt es Demokraten schwer, sich vorbehaltlos mit Heimat zu beschäftigen. Die Tagung "Missbrauchte Heimat" der Akademie für Politische Bildung und des Bezirksheimatpflegers von Oberbayern, Norbert Göttler, geht der Diskreditierung des Begriffs nach.

Heimat-Propaganda vom "Dritten Reich" bis heute

Über Heimat-Propaganda im "Dritten Reich" sowie in der Sowjetische Besatzungszone und der späteren DDR spricht Thomas Schaarschmidt vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung. Ingo Schneider von der Universität Innsbruck beschäftigt sich mit der Volkskunde am Beispiel Österreich. Und Wolfang Piedl vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, der sich unter anderem für den Erhalt von Bräuchen, Trachten und Mundart einsetzt, stellt die Rolle seiner Organisation im Nationalsozialismus vor.

Wie die Neue Rechte und die Identitäre Bewegung die Heimat bis heute zur Verbreitung ihres Gedankenguts missbrauchen, erklären Sebastian Enghofer von der Universität Regensburg und Uwe Peter von der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus.

Alle Infos zur Tagung "Missbrauchte Heimat"

Wir laden Sie am 5. November in die Akademie für Politische Bildung am Starnberger See ein und bitten Sie, die Tagung anzukündigen. Anmeldung und komplettes Programm finden Sie hier. Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referenten.

Die Tagungsgebühr beträgt mit Verpflegung 25 Euro. Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unser Pressereferat (Tel. 08158/256-86, b.winterer@apb-tutzing.de).

Die Akademie für Politische Bildung

Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See ist ein interdisziplinäres Forum für Wissenschaft, Politik und Bildungsarbeit, ein Zentrum für politische Bildung sowie eine Forschungseinrichtung. Sie befasst sich mit aktuellen und grundsätzlichen Themen der nationalen und internationalen Politik, Verfassungspolitik, gesellschaftlichen Entwicklungen, Zeitgeschichte und politischer Philosophie. Vom Bayerischen Landtag 1957 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, fördert sie politische Bildung überparteilich. Sie ist eine einzigartige Institution in der deutschen Bildungslandschaft. Direktorin ist die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Münch.

 


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