Die europäische Erweiterung auf dem Prüfstand

Tagung zur EU und ihren östlichen Nachbarn am 7. und 8. Februar

Die europäische Einigung hat viele Dimensionen: Beitritt, privilegierte Partnerschaft, Nachbarschaft. Abgeschlossen ist die Erweiterung der EU nie. Vor allem die östlichen Nachbarn erhoffen sich von Europa Stabilität und Wohlstand. Doch jede Erweiterungsrunde bedeutet zusätzliche Ungleichheit und Unsicherheit. Die Tagung "Den Osten im Blick" diskutiert am 7. und 8. Februar die Perspektiven der Erweiterungspolitik.


Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 22.01.2020

Von: Beate Winterer / Foto: Pixabay License/FotoshopTofs

Programm: Den Osten im Blick

Die europäischen Verträge sprechen von einer "immer engeren Union". Auch geografisch scheint die Integration keine Grenzen zu kennen - vor allem mit Blick auf den Osten. Diese doppelte Offenheit hat die EU von sechs auf 28 Staaten wachsen lassen - und mit ihr die Unsicherheiten. Mit jeder Erweiterungsrunde stieg die kulturelle und wirtschaftliche Heterogenität, die den Bürgern die Identifikation erschwert. Dennoch glauben die Beitrittskandidaten an das Versprechen von Stabilität und Wohlstand. In der Tagung "Den Osten im Blick" stellen die Akademie für Politische Bildung und die Vertretung der Europäischen Kommission in München die europäische Erweiterungspolitik auf den Prüfstand und fragen nach deren künftiger Gestaltung im Spannungsfeld von Nachbarschaft, privilegierter Partnerschaft und realistischer Beitrittsoption.

Wovon wir sprechen, wenn wir "Europa" und "Osten" sagen, klärt Peter Nitschke von der Universität Vechta. Cristina Gherasimov vom Robert Bosch-Zentrum für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien der DGAP analysiert die Fälle Ukraine und Moldawien. Haben europäische Impulse dort zur innenpolitischen Krise geführt? Welche Perspektiven die EU den Staaten Armenien und Georgien im Südkaukasus bietet, erklärt Franziska Smolnik von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Und Hanna Mühlenhoff von der Universiteit van Amsterdam spricht über das schwierige Verhältnis zwischen der EU und dem Dauerbeitrittskandidaten Türkei. Die Alternativen zur Erweiterungspolitik beschreibt Barbara Lippert von der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Akademiegespräch am See: Der Balkan auf dem holprigen Weg in die EU

Bereits 2003 wurde den Staaten des Westbalkans die Perspektive eines EU-Beitritts zugesagt. Insbesondere Albanien und Nordmazedonien haben seitdem eine bemerkenswerte Annäherung von Staat, Verwaltung, Recht und Politik an die Europäische Union vollzogen. Nordmazedonien einigte sich sogar mit dem Nachbarn Griechenland auf einen neuen Landesnamen. Dennoch wurden die Beitrittsverhandlungen beim EU-Gipfel Ende 2019 erneut verschoben. Der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sprach von einem „schweren historischen Fehler".

Die Union proklamiert zwar weiterhin, dass die Integration des Westbalkans für die Sicherheit und Stabilität Europas unentbehrlich ist. Aber kann sie ihre Versprechen erfüllen? Über den holprigen Weg zum Beitritt diskutieren am Freitag, 7. Februar, um 19.30 Uhr beim Akademiegespräch am See in der Akademie für Politische Bildung

  • Artur Kuko (Botschafter der Republik Albanien in Deutschland)
  • Ramadan Nazifi (Botschafter der Republik Nordmazedonien in Deutschland)
  • Lukas Mandl (MdEP, EVP, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, Exper-te für die Integration des westlichen Balkans)
  • Till Rüger (BR, bis 2019 ARD-Korrespondent für Südosteuropa)

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Der Eintritt zur Podiumsdiskussion mit anschließendem Empfang ist auch für Nicht-Tagungsteilnehmer frei. Um eine Anmeldung bei Viktoria Aratsch (v.aratsch@apb-tutzing.de) wird gebeten.

Alle Infos zur Tagung "Den Osten im Blick"

Wir laden Sie am 7. und 8. Februar in die Akademie für Politische Bildung am Starnberger See ein und bitten Sie, die Tagung anzukündigen. Anmeldung und komplettes Programm finden Sie hier. Journalisten bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, mit Experten ins Gespräch zu kommen. Gerne ermöglichen wir im Rahmen der Tagung persönliche Interviews mit den Referenten.

Die Tagungsgebühr beträgt mit Übernachtung und Verpflegung 75 Euro (ermäßigt 45 Euro). Berichterstatter zahlen keine Tagungsgebühr und wenden sich zur Anmeldung bitte an unser Pressereferat (Tel. 08158/256-86, b.winterer@apb-tutzing.de).

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