Wie die Migration erforschen?
Internationale Fachtagung mit Kelly T. Clements, stellvertretende Hochkommissarin des UNHCR / Positionspapier erschienen
Tutzing / Tagungsbericht / Online seit: 01.09.2018
Von: Miriam Günther
Foto: APB Tutzing
# Entwicklungspolitik, Integration, Migration, Sicherheitspolitik und Terrorismus
Download: International Refugee Research: Evidence for Smart Policy
Prominenten Besuch gab es von der stellvertretenden Hochkommissarin des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Kelly T. Clements ließ Zahlen für sich sprechen: Durchschnittlich 28.300 Menschen pro Tag fliehen vor Krieg und Verfolgung; der Syrienkrieg geht ins achte Jahr, die Konflikte im Sudan oder Kongo reichen noch weiter zurück; dazu kommen Krisen in der Ukraine, im Jemen oder die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar. Politische Lösungen sind nicht in Sicht, Flüchtlings-Bevölkerungen sind eine neue Normalität. Vereinte Nationen und UNHCR kümmern sich zwar um Flüchtlingslager, Nahrungsmittel und Medikamente, doch die Flüchtlinge sind immer noch arm und arbeitslos, kämpfen um die Ernährung und Bildung ihrer Familien. "Wir müssen die globalen Konflikte lösen", sagte Clements. Militärische Sicherheit und Friedenssicherung sind dabei ein wichtiger Teil der Antwort.
Migrationsforschung - drei Schlaglichter
Hamza Safouane hat Reiseerzählungen von Migranten gesammelt und sie auf das Migrationsmanagement der Europäischen Union bezogen - er sieht den gesamten Migrationsprozess als gewaltvoll an und sieht eine Verletzung des Schutzes dieser Menschen. Ein Interview mit ihm können Sie auf den Seiten des Tutzinger Diskurses "Wege der Integration" lesen. Amanda Klekowski von Koppenfels verglich EU und USA in Bezug auf die Bearbeitung von Flüchtlingsanträgen und die Integration von Flüchtlingen. Die Vereinigten Staaten sehen sich als permanentes Einwanderungsland an, während sich die europäischen Länder erst in diese Richtung entwickeln.
Katrin Hirseland leitet das Referat „Grundsatzangelegenheiten der Integrationsförderung" im vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dieses versucht mit großen Bemühungen, den Zustrom von Asylbewerbern in den Jahren 2015 und 2016 zu bewältigen - dabei gehören Wohnraumsicherung, Gesundheitsfragen und Sicherheit nicht zu den Aufgabenfeldern des BAMF. Ankunftszentren und ein integriertes Identitätsmanagement (aus Sprach- und Qualifikationsvermittlung) sollen künftig die Integration verbessern.
„Haben wir es geschafft?", fragt Petra Bendel von der Universität Erlangen-Nürnberg. Daten zu Fragen der Integration von Flüchtlingen, deren schulischer Bildung und Berufsausbildung zeigten, dass die Integration junger Menschen in die Bildungssysteme relativ erfolgreich verläuft. Bei der Arbeitsmarktintegration sieht die Situation allerdings anders aus: Die starke Einbindung von Flüchtlingen in die Arbeitswelt erfolge erfahrungsgemäß erst nach fünf bis zehn ahren. Schließlich sind Zusatzausbildungen und die Anerkennung bereits erworbener Abschlüsse notwendig. Ein Interview mit Petra Bendel zur rechtlichen Situation der Flüchtlinge, Empowerment und den Kurs des neuen Bundesinnenministers lesen Sie auf den Seiten des Tutzinger Diskurses "Wege der Integration".
© Die stellvertretende Hochkommissarin des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen im Kurz-Statement - nur eines von vielen Videos aus unserer Tagung. Mehr: https://www.youtube.com/playlist?list=PLlnTVbBCl2jwMvTECW_X0kpPFGMnhJQx-
Weitere Informationen
Dr. Michael Mayer
Tel: 08158 / 256-45
m.mayer@apb-tutzing.de
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