20 Positionen gehen in die 29. Runde

Künstlerinnen der GEDOK München stellen wieder in der Akademie aus - bis Sommer 2019

Tutzing / Kultur / Online seit: 26.06.2018

Von: Sebastian Haas und Inge Kurtz

# Kultur

GEDOK und Akademie für Politische Bildung - das passt. Ins inzwischen 29. Jahr geht die Dauerausstellung der Münchner Künstlerinnen-Vereinigung. Wieder sind die Künstlerinnen der GEDOK in der Akademie mit "20 Positionen" vertreten. Gezeigt werden Malerei und Fotografie, Zeichnung und Collagen.


"20 Positionen" sind ab sofort bis Juni 2019 zu den üblichen Öffnungszeiten der Akademie zu sehen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Es stellen aus: Christine Altona, Heidrun Eskens, Dorothea Frigo, Renate Gehrcke, Maria Hobbing, Angelika Hoegerl, Yuliia Koval, Margret Kube, Inge Kurtz, Patricia Lincke, Stephanie Maier, Anneliese Neumann, Anne Pincus, Ulrike Prusseit, Penelope Richardson, Nina Seidel-Herrmann, Amrei Sell, Ursula Steglich-Schaupp, Susanne Wagner und Waltraud Waldherr.

GEDOK Künstlerinnen Ausstellung Tutzing

„Wer nichts riskiert, kann nicht einmal verlieren", so lautet einer von zehn Sprüchen die die Künstlerin Ursula Steglich Schaupp auf Bilder von Ed Chagas, einem Fotografen aus Angola, gestempelt hat. Anne Pincus versucht, eine Stadt mittels ihrer Karten zu malen. Von architektonischen Fragmenten von Gebäuden, sowie Details aus Gebäude-Grundrissen lässt sich auch Angelika Hoegerl inspirieren, wenn sie ihre Objekte aus Holz, Styropor und Stoff gestaltet.

Hartfaser, Sehstörungen und Fallbeile

Patricia Lincke bevorzugt Reisen durch die Baumärkte ihrer Umgebung. Hier findet sie Angebote für Lifestyle und Wohnen, die für die Optik ganzer Gemeinden verantwortlich sind. Ihre Arbeit „Ballungsraum", eine Zeichnung bestehend aus Siliconschnüren auf einer Hartfaserplatte, „zeigt uns den Blick von oben auf das Geflecht dieser wuchernden Ortschaften." Heidrun Eskens' Linien, Punkte, Kreise, Gitter erzeugen raffinierte Effekte und optische Irritationen. Es ergeben sich „Sehstörungen", die unsere Wahrnehmung auf den Kopf stellen und hinterfragen. Susanne Wagners Hauptthema ist der menschliche Körper, den sie mit dem Einsatz von Daumenschrauben, Fallbeil oder Nadeln einer schmerzhaften Befragung unterzieht. Neben all der Tragik findet man in ihren Arbeiten aber immer auch Witz und schwarzen Humor.

Pilze, Moore und Drachen

Für Vernetzung und unsichtbare Kommunikation interessiert sich Stephanie Maier in ihren Zeichnungen mit dem Titel „Fungi". Sie schreibt: „Pilze sind weder Pflanze noch Tier und leben meist im Verborgenen. Das was an die Oberfläche dringt ist nur der Fruchtkörper. Unterirdisch verbirgt sich ein weit verzweigtes komplexes Geflecht, den Neuronen des menschlichen Gehirns nicht unähnlich". Auch Nina Seidl-Hermanns findet in der Natur Anregungen für ihre Malerei. „Moorland", Feld und Flur", „Nach dem Regen", so die Titel ihrer kraftvoll expressiven Arbeiten, die das Spiel von Licht und Schatten, Farbmustern und Linien reflektieren. Margret Kube genügt der Blick aus dem Fenster. Die Wolken am Himmel oder fliegende Drachen sind Vorlagen für ihre oft schnell gemalten Arbeiten, bei denen sie die Farben meist direkt auf dem Bildträger mischt.

Katzen, Catwalk und MeToo

Neben ihren abstrakten Arbeiten mit dem Titel „Yin" und „Yang" und dem Hinterglasbild „abstrakt schwarz-bunt", die sie in der Akademie zeigt, hat sich Amrei Sel einen Namen als Buchillustratorin gemacht. Am liebsten zeichnet sie in ihren Kinderbüchern Tiere: Pferde, Hunde, Schweine und - Katzen, mit denen sich auch Penelope Richardson und Inge Kurtz auf sehr unterschiedliche Art und Weise auseinandergesetzt haben: Mal als Löwe mit dem Namen Kitty, der sehr viel weniger gefährlich wirkt, wenn man sich erst mal mit ihm angefreundet hat; mal als Mischwesen, halb Frau halb Tier. Schön anzusehen, eigenwillig und elegant spazieren sie über den „Catwalk". Dass sie durchaus auch Krallen zeigen können, haben sie nicht nur in den letzten Monaten im Rahmen der MeToo-Debatte über Macht, Mobbing und sexuellen Missbrauch gezeigt.


Weitere Informationen zur Ausstellung auf der Homepage "20 Positionen"


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