Alles in Bewegung

Wie unser mobiles Leben die Gesellschaft verändert

Tutzing / Tagungsbericht / Online seit: 09.11.2017

Von: Sebastian Meyer

Foto: APB Tutzing

# Gesellschaftlicher Wandel

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Was hat die tägliche Pendelstrecke mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt zu tun? Was verbindet Migration, Tourismus und Finanzmärkte? Sie alle sind Zeichen unserer Mobilität. Moderne Gesellschaften sind mobile Gesellschaften.


Tatsächlich: Wir werden mobiler. Wie Heiko Rüger vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung informiert, ist allein ein Viertel aller Berufstätigen mehr als eine halbe Stunde zum Arbeitsplatz unterwegs. „Mittlerweile ist hohe Mobilität eine gängige Anforderung auf dem Arbeitsmarkt", stellt Rüger fest. Allerdings sind Pendler öfter gestresst und erschöpft.

Pulsierende Lebensadern

Vor allem in den Städten wächst die Bedeutung des Nahverkehrs. Grundsätzlich schätzen Reisende nicht allein die Geschwindigkeit, sondern besonders die Zuverlässigkeit von Verkehrssystemen. „Schnell durchkommen" ist gleichbedeutend mit „problemlos vorankommen". Doch bedeutsam sind nicht nur Wirtschaft und Technik, sondern immer mehr auch soziale und ökologische Faktoren.

Gesellschaft ohne Gemeinschaft?

Psychologin Martina Zschocke und Soziologe René König beschreiben den Zustand einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft: „Man fühlt sich überall zuhause und ist trotzdem heimatlos." Das betrifft Backpacker ebenso wie Unternehmensberater. Umzüge und das Leben aus dem Koffer sind keine Seltenheit, Email- und Facebook-Adressen bleiben gleich, wir sind auf dem Weg in die Platform Society.

Der Sozialwissenschaftler Stefan Hradil legt dar, dass sich moderne Gesellschaften in ihren Grundwerten kaum unterscheiden. Doch eine Gesellschaft allein ist noch keine Gemeinschaft. Hradil fordert mit Blick auf die soziale Mobilität eine Doppelstrategie: „Sozialintegration bedarf der Systemintegration".


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