Im Visier

Journalistische Recherche zwischen Fairness und Exzess / Amokläufe, Zugunglücke, Flucht und Personalisierung

Tutzing / Tagungsbericht / Online seit: 11.03.2016

Von: Sebastian Haas

# Ethik-und-Journalismus / Radio-und-Fernsehen / Print-und-Online

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Journalistische Recherche zwischen Fairness und Exzess - Thema unserer gemeinsamen Tagung mit dem netzwerk recherche und der Bundeszentrale für politische Bildung (Grafik: netzwerk recherche).

Journalisten müssen recherchieren und berichten. Aber dürfen sie in der Privatsphäre von Menschen stöbern? Dürfen sie jedes Ergebnis ihrer Recherche, jedes Foto, jedes Video publizieren? Wo liegen die Grenzen? Gemeinsam mit dem netzwerk recherche und der Bundeszentrale für politische Bildung haben wir sie aufgespürt.

Im Mittelpunkt des Programms stehen Prominente, die nach einem tatsächlichen oder vermeintlichen Skandal ins Blickfeld von Journalisten geraten sind, ebenso wie Bürger, die durch Straftaten oder Katastrophen ins öffentliche Interesse rückten. Deshalb haben Journalisten auf dem Podium und im Publikum mit Experten diskutiert, die sich um die Betreuung von (Medien-)Opfern kümmern oder das Geschehen wissenschaftlich begleiten. Auf das Podium der Akademie für Politische Bildung traten unter anderem:

  • Michael Schumachers Managerin Sabine Kehm
  • Der Anwalt für Medienrecht und Rechtsbeistand von Christian Wullf, Gernot Lehr
  • Sven Kubick, Leiter der Albertville-Realschule Winnenden und Gisela Mayer vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden
  • Die Journalisten Rudolf Bögel (tz München), Alena Jabarine (NDR) und Susanne Gaschke (WELT), zudem ehemalige Oberbürgermeisterin von Kiel, sprachen zum Zugunglück von Bad Aibling, den Erfahrungen mit der Flüchtlingskrise sowie Ausflügen in die Politik und zurück.

Den Abschluss unserer Tagung bildete eine Diskussion mit Peer Steinbrück. Der frühere Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat hat seine ganz eigenen Erfahrungen mit Journalisten gemacht: „Am Anfang mochten sie den nicht-angepassten Politiker mit Hang zur Ironie. Ich war interessant. Irgendwann kippte das.“ Dieser „Rudel-Journalismus“ trage zur Banalisierung der Politik bei. Personalisierung und Skandalisierung seien weitere Ursachen der aktuellen Vertrauenskrise gegenüber den Medien: „Es ging irgendwann nur noch um das Gesicht, nicht um programmatische Substanz.“ Der SPD-Politiker forderte mehr Selbstkritik von Journalisten und Respekt im gegenseitigen Verhältnis. Die Berichte um den Fall des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff nannte er „gewalttätigen Journalismus“.

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