Delikates, Diskussionen, dicke Wolken

Gartenfest mit 350 Gästen / Akademiedirektorin Münch kritisiert politische Debattenkultur

Tutzing / Akademie / Online seit: 16.07.2016

Von: Sebastian Haas

Ein gelungener Abend: Trotz wechselhaften und kühlen Wetters feierten 350 Gäste beim Gartenfest der Akademie für Politische Bildung. Während die Mutigen es sich draußen gemütlich machten, knüpften Andere entspannt im Trockenen neue Kontakte, alle aber genossen, was die Hauswirtschaft für sie vorbereitet hatte. Und unsere Direktorin fand deutliche und kritische Worte in Bezug auf die politische Debattenkultur, gerade in Sachen Europa.


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Eindrücke vom Gartenfest der Akademie für Politische Bildung, festgehalten von Isabella Zimmer.

In ihrer Ansprache wies Akademiedirektorin Ursula Münch darauf hin, dass die Referenten unserer Tagung „Entfremdet vereint?“ über das Verhältnis zwischen Großbritannien und Europa bereits im Sommer 2015 einen Brexit für sehr wahrscheinlich gehalten hatten. Denn sowohl die Debatten um die Zukunft der Europäischen Union – und ebenso die über die sogenannte Flüchtlingskrise – haben mit Enttäuschung und falschen Erwartungen zu tun. Politik, Medien, politische Bildner müssen ehrlich vermitteln: Supranationale Organisationen und gemeinschaftliches Vorgehen bedeuten den Verzicht auf einen Teil nationaler Souveränität. „Warum melden sich diejenigen, die das Grundprinzip einer supranationalen Ordnung angeblich verstehen, eigentlich nicht zu Wort, wenn in Parlamenten, in Stammtischen, in den Kommentarzeilen der Online-Magazine über die Brüsseler Regelungswut, die allein auf dem Mist der EU-Kommission gewachsen sei, unreflektiert geschrieben wird?“

Wer die Europäische Integration als ein Projekt darstellt, bei dem alle nur gewinnen können, ohne selbst irgendetwas abzugeben, legt das Fundament für Politik- und EU-Verdrossenheit. Akademiedirektorin Ursula Münch

Regierungen und Politiker in der gesamten Europäischen Union neigten dazu, ein doppeltes Spiel zu treiben und die EU für Entscheidungen zu kritisieren, die sie selbst vorangetrieben haben. „Das beschert zwar die ansonsten so schmerzlich vermisste Zustimmung aus der Bevölkerung. Aber es bereitet auch denjenigen den Boden, die mehr ablehnen als das europäische Projekt“, erklärte Ursula Münch und versprach: Die Akademie für Politische Bildung wird sich angesichts dieser Herausforderungen noch stärker als bisher am Diskurs über die Zukunft der Europäischen Union beteiligen und auch inhaltliche Impulse für diesen Diskurs geben.

Gäste unseres Gartenfests waren unter anderem

  • Mitglieder und Vorstände unseres Förderkreises, Kuratoriums und Beirats
  • Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Johannes Singhammer (CSU); aus dem Bayerischen Landtag Otmar Bernhard (CSU), Andreas Lotte (SPD), Michael Piazolo (Freie Wähler); die Bayerische Grünen-Landesvorsitzende Sigi Hagl und von der FDP die frühere Bundesministerin der Justiz Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie der früheren Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil.
  • Wichtige Kooperationspartner und Partnerinstitutionen: vom Bayerischen Landtag bis zur Gesellschaft für Informatik, vom Bayerischen Polizeipräsidenten Wilhelm Schmidbauer bis zum früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier.
  • Aus Hochschule und Wissenschaft: die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Merith Niehuss; der Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität Präsident Bernd Huber; der Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaft München Michael Kortstock; der Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule Hermann Sollfrank; die Reform-Rektorin der Hochschule für Politik neue Reform-Rektorin Eugenia da Conceição-Heldt.
  • Aus dem Konsularischen Korps des Freistaats Bayern dessen Generalsekretär Friedemann Greiner und der Generalkonsul Japans Hidenao Yanagi.
  • Aus der Region der Starnberger Landrat Karl Roth, der Tutzinger Bürgermeister Rudolf Krug, mehrere Tutzinger Gemeinderäte und unser Nachbar, Akademiefreund und Musiker Peter Maffay.
  • Für die Musik eines gelungenen Abends sorgten Raphael Dalfinger am Bass, Valentin Renner am Schlagzeug und Luca Zambito am Piano.

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