Qigong-Unterricht für Akademie-Mitarbeiter

Ein Interview mit Trainerin Karin Sittkus

Tutzing / Akademie / Online seit: 18.10.2015

Von: Corinna Korn

Zwei Stunden lang beschäftigt sich Karin Sittkus jeden Tag mit chinesischen Bewegungskünsten.

33 Jahre lang war Karin Sittkus Mitarbeiterin der Akademie und kümmerte sich als Redaktionsassistentin um das Erscheinungsbild des Akademiereports, bevor sie Ende 2014 in den wohlverdienten Ruhestand ging. Seitdem ist sie als Tai Chi und Qigong-Lehrerin tätig und kommt nun regelmäßig immer dienstags an ihre ehemalige Arbeitsstelle zurück, um den Mitarbeitern der Akademie Qigong-Unterricht zu geben. Im Gespräch berichtet sie, wie sie zu dieser besonderen Tätigkeit gekommen ist und wie die Akademie-Mitarbeiter mit der wöchentlichen Sportstunde vom Alltag abschalten und gleichzeitig ihre Gesundheit fördern können.

Frau Sittkus, wie sind Sie dazu gekommen, Qigong zu unterrichten?

Vor etwa 20 Jahren habe ich mit Yoga begonnen und es blieb nicht aus, dass ich mich mit den fernöstlichen Heilmethoden beschäftigte. So kam ich zwangsläufig auch mit Qigong und Tai Chi in Berührung. Die asiatischen traditionellen Übungssysteme und deren philosophische Hintergründe faszinierten mich und ich begann eine langjährige Ausbildung. Meine Intention war dabei zunächst, meine eigene Gesundheit zu stärken und die Herausforderung zu suchen, etwas nicht Alltägliches mit viel Disziplin zu erlernen. Ich machte dabei tiefgreifende Erfahrungen. Mit der Zertifizierung zur Tai Chi / Qigong-Lehrerin hat sich alles weitere ganz von selbst ergeben und es bereitet mir heute große Freude, mein Wissen an die Kursteilnehmer weitergeben zu dürfen.

Was genau ist Qigong?

Qigong ist eine chinesische Bewegungskunst, vorwiegend gedacht zur Energiegewinnung und um den Körper gelenkig und geschmeidig zu halten. Qi steht dabei für Lebensenergie, Gong für beständiges Üben. Denn Gesundheit bekommt man nicht geschenkt, man muss schon etwas für sie tun. Dabei eignen sich die ruhigen, meditativen Bewegungen im Qigong für Jung und Alt. Beim Qigong kann man zur Ruhe kommen, Entspannung finden und gleichzeitig Gesundheitsvorsorge betreiben.

Wie profitieren die Mitarbeiter der Akademie von der wöchentlichen Qigong-Stunde?

Qigong besteht aus jahrtausendealten Bewegungsformen, die ganzheitlich auf Körper und Geist wirken.

Die Mitarbeiter lernen,  sich richtig zu bewegen und innere sowie äußere Balance zu finden.

So können Haltungsschäden ausgeglichen werden. Außerdem  wirken die Übungen positiv auf Organe, Wirbelsäule und Gelenke, sie regulieren den Blutkreislauf und stärken das Immunsystem. Die Übungsstunde einmal pro Woche dient den Teilnehmern als Grundlage. Man sollte aber versuchen, die Übungen auch zu Hause oder am Arbeitsplatz immer wieder zu praktizieren.

Gibt es denn Übungen, mit denen jeder einfach und von Zuhause aus seine Haltung und Körperstruktur verbessern kann?

Da gibt es einige Beispiele. Für eine Übung, die den Nackenbereich entspannt und die Energiekanäle öffnet, stellt man sich in der Grundposition mit leicht gebeugten Knien hin und öffnet beim Einatmen die Arme bei geradem Rücken nach hinten. Schultern bleiben unten, Hände werden geöffnet. Dabei wird der Kopf nach links gedreht. Beim Ausatmen führt man die Hände wieder vor dem Körper zusammen und der Kopf wird geradeaus gerichtet. Beim nächsten Einatmen Arme öffnen und Kopf nach rechts drehen. Das wiederholt man möglichst achtmal.

Vielen Dank, Frau Sittkus!


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