Medienethik im digitalen Zeitalter

Tutzinger Mediendialog gemeinsam mit der Evangelischen Akademie (4./5. Dezember)

Tutzing / Pressemitteilung / Online seit: 17.11.2015

Von: Sebastian Haas

Medienethik Gerhard Mester

Bleibt die Ehtik auf der Strecke bei der Jagd nach Neuigkeiten? (Zeichnung: Gerhard Mester)

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen berichteten alle Medien über den Selbstmordattentäter, Co-Pilot Andreas L., dessen gesamtes Leben vor der internationalen Öffentlichkeit ausgebreitet wurde. Dem Deutschen Presserat lagen daraufhin 430 Beschwerden über die Berichterstattung zu diesem Thema vor – ein Rekordwert.

Über zu wenige Beschwerden kann sich auch der Deutsche Werberat nicht beklagen. Anzügliche Bilder, schlüpfrige Sprüche: Immer mehr Menschen beschweren sich über frauenfeindliche Anzeigen. Im Jahr 2014 kritisierten Verbraucher 198 Annoncen und Werbespots als sexistisch oder diskriminierend, im Vorjahr waren es noch 154.

Auch das Fernsehen gerät in die Kritik. Immer wieder werden Verstöße gegen die Jugendschutzbestimmungen insbesondere bei den privaten Sendern festgestellt. Und das Internet? Ist es ein rechtsfreier Raum oder gelten hier auch Regeln, die es für Content-Anbieter zu beachten gilt? Darf wirklich alles veröffentlicht werden?

Auf dem diesjährigen Tutzinger Medien-Dialog, den die Evangelische Akademie Tutzing und die Akademie für Politische Bildung zum Thema „Grenzüberschreitungen – Medienethik im digitalen Zeitalter“ vom 4. bis 5. Dezember 2015 durchführen, wollen Medienexperten Antworten auf die Fragen finden, was bei der Berichterstattung zulässig ist? Was darf gedruckt oder gesendet werden, was besser nicht? Wann müssen ethische Grenzen aufgezeigt werden und wo sollen sie gezogen werden?

Aufs Podium treten unter anderem Frederik Obermaier aus dem Investigativressort der Süddeutschen Zeitung, BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs, RTL2-Kommunikationsdirektor Carlos Zamorano, Presserats-Geschäftsführer Lutz Tillmanns und die stellvertretende Vorsitzende des BR-Rundfunkrats Elke Beck-Flachsenberg.

Das komplette Tagungsprogramm finden Sie hier. Wir laden Sie herzlich zur Berichterstattung in die Akademie für Politische Bildung nach Tutzing ein. Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, wenden Sie sich an unser Pressereferat. Für berichtende Journalisten entfällt die Tagungsgebühr.

Das Akademie-Programm der kommenden Wochen

20.-22. November: ASIEN-Akademie: China und die islamische Welt; 23.-25. November: Das Bayerische Gymnasium der Zukunft. Impulse aus der Akademie; 24./25. November: Armut und Reichtum in der Demokratie: Wie wollen wir zusammen leben?; 27./28. November: (Keine) Zeit für Demokratie? Politische Willensbildung unter Druck (u.a. mit Margarete Bause, Günther Beckstein und Gerhard Schmid); 11.-13. Dezember: Die Ära Obama –  A Transformational Presidency?


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