Grenzenloses Europa
Ursachen und Folgen von Migration, Flucht und Asyl

Das Bild zeigt die Anzahl der Asylbewerber eines Landes im Jahr 2012 (JPatrickFischer/WikimediaCommons).
Tutzing / Tagungsbericht / Online seit: 06.02.2015
Von: Simone Rehm
# Gesellschaftlicher Wandel, Integration, Internationale Politik
Download: Grenzenloses Europa - Migration, Flucht, Asyl
Chance und Herausforderung: Die Akademie für Politische Bildung zeigte in Zusammenarbeit mit der Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen eine breite Palette an Perspektiven auf den Themenkomplex „Migration, Flucht und Asyl“ auf.
Die Migrations- und Asylpolitik hat sich auf Grund des europäischen Einigungsprozesses zu einem wichtigen Politikfeld entwickelt. Der Abbau von Freizügigkeitsgrenzen innerhalb der Europäischen Union beflügelt Wanderungsbewegungen innerhalb Europas. Zudem sind die europäischen Länder Ziel für viele Flüchtlinge und Asylsuchende aus unterschiedlichen Weltregionen. Welche Aufgaben halten diese Entwicklungen für Lehrer bereit? Wie kann ein interkulturelles Miteinander gelingen? Und wie kann Wissen über diese komplexen Prozesse vermittelt werden?
Alle Referenten unserer Tagung betonten, welche Chance Einwanderung für Europa und besonders für Deutschland darstellen kann. Junge Menschen aus Osteuropa oder den Krisenländern Spanien und Griechenland entschärfen den demographischen Wandel und den damit einhergehenden Fachkräftemangel. Anders als für Arbeitsmigranten aus der EU ist der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für Asylbewerber schwieriger. Dies lässt sich nicht zuletzt darauf zurückführen, dass es in Deutschland die größte Zahl an unbearbeiteten Asylanträgen in der EU gibt – ohne geklärten Aufenthaltsstatus einen Arbeitsplatz zu finden, ist fast unmöglich. So bemerkte Professor Dietrich Thränhardt (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) dazu: „Es gibt nicht nur eine Asylflut, die über uns hereinbricht. Es gibt auch selbstgemachte Probleme.“
Der Leiter des Amtes für Wohnen und Migration der Landeshauptstadt München, Rudolf Stummvoll, berichtete eindrücklich über die Situation in der „Ausnahmestadt“ München: aufgrund ihrer strategischen Lage kommen hier überdurchschnittlich viele Flüchtlinge an. Dieser Umstand trifft mit der schon seit Jahren herrschenden Wohnungsnot zusammen. Dennoch sieht Rudolf Stummvoll zuversichtlich in die Zukunft und fordert gleichzeitig eine politische Gestaltung der Lage: „35.000 neue Menschen in Bayern zwingen ein 12-Millionen-Land nicht in die Knie. Es kommt nur auf die Zusammenarbeit an. Man braucht einen Schulterschluss.“
Eine literarische Perspektive ermöglichte der deutsch-ungarische Schriftsteller Akos Doma, der aus seinem Buch „Die allgemeine Tauglichkeit“ vorlas (mehr zum Chamisso-Preisträger 2013 und seinem Werk in unserem Tagungsbericht zu "Integrationskulturen").
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