Wir werden langsam ausgehungert

Zur Erinnerung an den Hungerkosterlass der Nationalsozialisten

Tutzing / Publikation / Online seit: 08.12.2015

Von: Sebastian Haas

# Nationalsozialismus

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„Entzugskost in Irsee -- Bericht eines Angehörigen." Vorgetragen im Rahmen unserer Veranstaltung am 10. Januar 2013 von Annika Herbst, Studentin der Falckenberg Schauspielschule.

Der November 1942 markiert in der Geschichte der nationalso­zialistischen Kranken- und Behindertenmorde einen Wendepunkt, dessen Vorbereitung und Ausführung abseits der Öffentlichkeit lagen. Das gleichgeschaltete Innenministerium erließ den sogenannten »Hungerkosterlass«. Dieses Dokument in typischer Verwaltungssprache offenbart seinen Inhalt nicht sofort: Es ging um Essensrationen für »arbeitsunfähige« Menschen mit Behinderung, ohne unmittelbaren »Nutzen« für die »Volksgemeinschaft«. Der Erlass im Gewand einer normalen Verwaltungsregelung führte in Bayern die bis dahin ungeregelte, unkontrollierte Ermordung von Menschen mit Behinderung zu einer neuen Dimension. Anstalten wie Kaufbeuren, Irsee und Eglfing-Haar, die eigentlich diese Menschen schützen sollten, verkehrten sich in ihrer Funktion ins Gegenteil.

Diese Dokumentation einer Veranstaltung am 10. Januar 2013 im Senatssaal des Bayerischen Landtags soll den historischen Kontext der aktuellen Debatten um Würde und Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderung freilegen. Beiträge von Thomas Sören Hoffmann, Stefan Sandor, Hans-Ludwig Siemen und Michael Spieker sowie ein Vorwort von Akademiedirektorin Ursula Münch und Irmgard Badura, der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

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